Barfuss macht Spass.

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Der Winter kann eine Herausforderung für Barfussgeher sein. Vorsicht ist manchmal angebracht. Die Gefahr von Erfrierungen wird oft zu spät wahrgenommen. Dennoch ist das barfüssige Gehen im Winter eine tolle Sache. Es macht Spass und erfrischt. Es müssen auch nicht lange Touren sein. Mal kurz aus dem Haus reicht schon aus, um Glücklich zu sein.

  • Briefkasten leeren
  • Abfallsack rausbringen
  • Glasflaschen und Weissblech entsorgen gehen
  • Papierbündel bei Papiersammlung rausbringen
  • zum naheliegenden Bäcker oder Metzger gehen
  • Garagenplatz vom Schnee freischaufeln
  • einmal ums Quartier
  • zum Bankomaten
  • zum kleinen Quartierladen
  • und vieles mehr

Etwas Mut zum Glücklich sein

Als Barfuss-Anfänger braucht man aber schon etwas Mut, um im Winter den Blicken und Kommentaren der Mitmenschen stand zu halten. Für Extrovertierte ist es einfacher, für die Introvertierten vielleicht etwas weniger. Mit der Zeit jedoch wird man gelassener. Es fällt leichter. Wie bei allem macht auch hier Übung den Meister.

Je mehr du dich wagst, desto stärker wird auch Dein Selbstbewusstsein werden.

Kleide dich warm

Wer im Winter barfuss rausgeht, sollte sich gut und warm kleiden. Halte den Kopf warm. Kälte tut weder den Ohren noch dem Hirn gut. Unser Oberkörper enthält alle wichtigen Organe. Auch diese müssen zwingend immer warm bleiben. Für den Körper sind Hirn und Organe die Priorität. Immer!

Bist zu zu wenig warm gekleidet und deine Organe beginnen zu unterkühlen, wird Energie aus den Muskeln abgezogen. Und wenn auch das nicht mehr ausreicht, beginnt der Körper die Wärme aus Füssen, Beinen, Armen und Händen zu ziehen. Der Körper verliert lieber einen Arm als das Herz. Der Körper setzt Prioritäten. Du siehst, kalte Luft funktioniert genau gleich wie wenn man in kaltes Wasser eintaucht.

Kälte führt schnell einmal zu Durchblutungsstörungen. Das merkt man wenn man kalte Hände und Füsse bekommt. Das kann auch geschehen wenn die Temperaturen im Plusbereich liegen. Wind (Windchill) und Nässe erhöhen das Risiko zusätzlich. Auch der Genuss von Alkohol führt zu schnellerer Auskühlung, da sich durch den Alkoholgehalt die Gefässe erweitern und die Wärme schneller aus dem Körper entweicht. Glühwein bei Kälte lässt Dich mehr frieren. Denke das Nächste mal am Weihnachtsmarkt daran. Ein Becher reicht.

Bewegung hält warm

Neben warmer Bekleidung ist die Bewegung ebenfalls sehr wichtig. Nur wenn Dein Körper in Bewegung bleibt, wird Deine innere Heizung funktionieren. Die innere Heizung sind die Muskeln. Die geben Wärme an den ganzen Körper ab. Wenn du im Winter barfuss bei kühlen Temperaturen unterwegs bist, musst Du deine Zehen, Füsse, Finger und Hände immer spüren. Dann bist Du gut und ausreichend durchblutet. Wenn an den Extremitäten ein Taubheitsgefühl einsetzt und zum Beispiel deine Zehen an der Unterseite weiss werden, ist es allerhöchste Zeit, ins Warme zu kommen. Sonst drohen Erfrierungen!

Kopfsache

Man kann auch bei 10 Grad unter Null problemlos ein paar Minuten barfuss draussen unterwegs sein. Vielleicht hast Du einen eigenen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon. Geniesse die Kälte. Mach es Dir zur Gewohnheit jeden Tag kurz raus zu gehen. Sobald Du dann wieder in deiner warmen Wohnung bist, werden Deine Füsse mit Wärme durchflutet. Du erkennst es auch an der hübschen, rötlichen Farbe. Ein wunderbares Gefühl.

Schnee kann so anders sein

Es gibt verschiedenste Schneearten. Und jede Schneeart fühlt sich an den Füssen ganz anders an.

  • Pulverschnee wirkt leicht und bekömmlich. Pulverschnee ist aber besonders kalt und fällt auch nur bei ganz kalten Lufttemperaturen. Beim barfuss Gehen wirbelt stetig Pulverschnee auf den Fussrücken, der schnell durch die Körperwärme schmilzt. Das führt rasch zur Unterkühlung. Bei Pulverschnee muss man also besondere Vorsicht walten lassen.
  • Neuschnee wirkt weniger leicht als Pulverschnee und fällt bei weniger kalten Lufttemperaturen. Beim gehen kann aber auch dieser Schnee über den Fussrücken wirbeln, allerdings schmilzt er nicht ganz so schnell. Bei Neuschnee ist es sehr angenehm barfuss zu gehen.
  • Sulzschnee ist sehr feucht. Er entsteht durch warme Sonneneinstrahlung. Bei Sulzschnee kann man recht gut barfuss gehen. Das Wasser im Schnee ist auch nicht besonders kalt.
  • Nassschnee bietet ein nicht so schönes Schneeerlebnis. Er ist sehr nass und wurde nicht von der Sonne aufgeweicht. Darum ist die Nässe im Nassschnee auch kälter gegenüber dem Sulzschnee. Erst wenn Nassschnee am Boden gut festgetreten ist, lässt es sich gut darauf gehen. Wegen der kühlen Nässe wirkt er eher kalt.
  • Festgedrückter Schnee ist perfekt zum Barfusslaufen. Hier wirken sich die Autos auch mal positiv aus. In den Spuren der Autos lässt es sich sehr gut barfuss gehen. Das Selbe gilt für Gehwege, welche durch andere Menschen bereits «planiert» wurden.
  • Windharsch ist oberflächlich vereist. Wenn man darauf tritt sinkt man sofort ein. Die vereiste, obere Fläche kann sehr scharf sein und zu Schnitten in den Füssen führen.
  • Bruchharsch ist sehr gefährlich. Die eisige Struktur geht schon weit in den Schnee rein und kann wie eine Rasierklinge messerscharf sein. Der Schnee wurde mehrfach aufgeweicht und wieder gefroren. Verletzungen sind normal.
  • Griesel ist ebenfalls wiederholt gefrorener Schnee, welcher aber sehr Körnig ist. Dieser Schnee kann bei sehr feiner Körnung teils gut begangen werden. Die Gefahr das es immer mal wieder Bruchharsch dazwischen hat, ist aber vorhanden. Vorsicht.
  • Firn ist bei Sonneneinstrahlung ähnlich wie Sulzschnee, jedoch deutlich dichter. Geht die Sonneneinstrahlung weg kann es schnell eisig werden.
  • Schneematsch ähnelt sumpfigen Waldböden. Schneematsch ist eher warmer Schnee. Leider entsteht Schneematsch meistens wegen dem Salzen von Strassen und Wegen. Darum ist er nur bedingt gesund zu begehen.
  • Kunstschnee entsteht, wenn Schneekanonen Wassertropfen bei unter minus vier Grad Lufttemperatur versprühen. Der Schnee ist dadurch sehr kalt und auch sehr fein.

Salz macht die Winterlust zur Sau

Streusalz auf Strassen und Wegen wird heute relativ schnell eingesetzt. Vor allem ältere Menschen vertrauen darauf, damit sie dennoch zum Einkaufen gehen können.

Obschon Streusalz den Schnee und das Eis schmelzen lässt, können die Strassen extrem kalt sein, da eine chemische Reaktion einsetzt. Nicht einmal Naturschnee wird in der Regel so kalt. Gesalzene Strassen vermitteln uns, dass die Kälte nicht mehr vorhanden ist. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum.

Streusalz ist zudem nicht gut für unsere Haut. Die Haut trocknet sehr schnell aus. Zudem kann es zu Hautirritationen kommen. Wer bei gesalzenen Strassen rausgeht, muss auf eine sehr gute Fusspflege achten. Füsse waschen und der Haut Feuchtigkeit zurückgeben, ist dringend angesagt.