Barfuss macht Spass.

Stundenlanges hin- und herdrehen? Ein Buch lesen? TV schauen? Hausarbeiten erledigen? Es gibt viele Möglichkeiten sich wieder müde zu machen oder abzulenken, damit man endlich schlafen kann.

Ich gehe in solchen Situationen gerne auf einen Spaziergang. Darüber habe ich schon einmal hier in Form einer Wanderung berichtet. Auch vor Kurzem trieb mich die innerliche Unruhe wieder aus dem Bett. Der Blick auf meine Wetterstation versprach angenehme 8 Grad. Es regnete nicht. Die Strassen waren trocken. Perfekte Bedingungen!

Also Hosen anziehen, ein Shirt und eine warme Jacke darüber. Das sollte ausreichen. Socken und Schuhe liess ich vorsorglich wieder weg. Mit dabei habe ich auf solchen Nachtspaziergängen aber immer mein Smartphone, meinen Hausschlüssel und meine ID.

Damit ich nicht planlos herumlaufe habe ich vor rund drei Jahren mit dem Spiel «Ingress» angefangen. Seitdem bin ich des Spiels wegen knapp 1000 Kilometer zu Fuss durch die Nachbarschaft spaziert (Ingress zeichnet die Distanzen auf). Und dies tat ich sehr oft nachts und sehr oft barfuss. Ab und zu läuft man auch einem anderen Ingressler über den Weg, welcher ebenfalls eine «Mission» zugunsten der Menschheit zu erledigen hat. Da es immer wieder dieselben sind welche in meiner Region mitspielen, kennt man sich schon etwas. Und sie kennen auch meine Schuhlosigkeit. Manchmal trifft man sich auch gezielt, wenn man ein grösseres Gebiet «bauen oder zerstören» möchte.

In dieser Nacht war ich aber alleine auf weiter Flur. Die Mitstreiter lagen alle schlafend im Bett. Ein «Treffen» hatte ich aber trotzdem gegen 2:30 Uhr. Ein Fuchs lief geradewegs auf mich zu. In der Dunkelheit dachte ich, es sei eine Hauskatze. Doch als der Fuchs vor meinen Füssen stand und daran herumschnüffelte erkannte ich die Verwechslung. «Huch». Vom Fuchs gebissen zu werden wäre wahrlich nicht ideal. Doch auch der Fuchs erkannte relativ schnell, dass ich nicht sein Frühstück sein würde. Wir hatten wohl im selben Moment den selben Schreck. Ich hüpfte zurück und der Fuchs verschwand wie eine Rakete über eine Wiese hinweg, hinein in das Dickicht.

Ich liebe die Nacht.

Man erlebt oft Dinge, welche man sonst nie erleben würde. Nur schon die nächtliche Ruhe ist sehr entspannend.

Glücklicherweise musste ich am Morgen nicht zur Arbeit gehen. Deswegen hatte ich keine Eile und war knapp 2 Stunden barfuss unterwegs. Das werde ich hoffentlich wieder einmal wiederholen.