Wanderausrüstung für eine Tagestour

Barfuss macht Spass.

006 – Wanderausrüstung für eine Tagestour

Wandern ist des Schweizers liebster Sport. Doch ohne Wanderausrüstung sollte man nicht in die Berge gehen. Gerade auch Barfusswanderer sollten auf Zweckmässiges Material achten. Stimmt die Ausrüstung nicht kann die Wanderung zu einem unangenehmen Ereignis werden. In diesem Podcast erzähle ich Dir, welches Material ich auf eine Tagestour mitnehme. Es braucht nicht viel. Wenn man aber […]

Welche Ausrüstung benötigt man beim Barfusswandern?

Beim Wandern oder Barfusswandern ist man unterschiedlich lange unterwegs. Kurze Wanderungen brauchen meistens keine speziellen Wanderutensilien. Vor allem wenn man Wanderungen im städtischen Umfeld macht, wo es in der Regel nur befestigte Untergründe hat. Geht man raus in die Natur wandern, sollte man bei kurzen Wanderungen dennoch immer ein kleines Notfallset und auch Notschuhe mit dabei haben. Man weis ja nie.

Wer gerne längere Wanderungen von ein paar Stunden bis hin zu ein paar Tagen macht, sollte besser ausgerüstet sein. Und wenn man ins Gebirge wandern geht, muss man auch den Faktor Wetter immer mit einplanen.

Nicht zu viel mitnehmen

Zuerst einmal muss man sich bewusst sein, dass man alles was man mitschleppt auch selber tragen muss. Je mehr Zeugs man hat, desto grösser muss der Rucksack sein und desto schwerer wird auch die Last werden. Manchmal ist weniger mehr.

Gerade Anfänger haben oftmals zu viel Material dabei. Für eine einfache Tagestour braucht es keine komplette Überlebensausrüstung.

Tourenlänge aufgrund des Könnens planen

Anfängern rate ich zuerst anfangs kleinere Touren zu unternehmen, damit man in das Wandern reinwächst und Erfahrungen sammeln kann.

Beginnen wir mit dem Wichtigsten, dem Rucksack.

Ich habe immer einen Rucksack dabei, weil ich immer mehr oder weniger Foto- und Filmmaterial mitschleppen muss. Auch wenn ich nur kleine Städteausflüge mache, benötige ich mein Material. Und das lässt sich mit einem Rucksack am besten mitführen. Mich verlangt es sehr regelmässig auch nach Flüssigkeit, da ich ein durstiger Mensch bin. Deswegen habe ich immer auch genügend Wasserflaschen im Rucksack mit dabei.

Ein guter Rucksack ist für mich somit sehr wichtig. Er muss gut am Körper anliegen. Er muss einen angenehmen Tragekomfort haben. Ein guter Rucksack muss aber nicht teuer sein. Es gibt gute und günstige Modelle. Denkt daran – oftmals bezahlt man viel für ein Markenlabel. Markenlose Rucksäcke oder Modelle welche durch Grossverteiler vertrieben werden, sind den teuren Modellen spezialisierter Firmen oftmals ebenbürtig.

Die Schulter- und Hüftgurte eines Rucksacks sollten eher breiter als dünner sein. Der Schulterriemen darf ruhig etwas gepolstert sein. Der Rucksack benötigt auch einen Brustriemen. Das stabilisiert den Rucksack auf dem Rücken, wenn man zb. unwegsameres Gelände oder kleinere Kletterpartien machen muss. Ein Rucksack der nicht fest auf dem Rücken sitzt, fühlt sich unangenehm an und kann bei heiklen Passagen zu einem Verlust des Gleichgewichtes führen. Für meine Zwecke lege ich Wert auf einen abgetrennten Bereich für mein Kamera-Material. Ein Aussenfach für das reinstecken einer Wasserflasche für den schnellen Zugriff ist wichtig. Montagemöglichkeiten für Wanderstöcke oder in meinem Fall auch für ein Kamerastativ finde ich ebenfalls sinnvoll. Kleine Aussentaschen für ein Smartphone oder eine Packung Bonbons kann ich auch empfehlen. Ein Rucksack muss zwingend Wasserfest sein. Dabei muss man speziell auf die Kappe des Rucksacks achten, damit man den Rucksack sauber und dicht verschliessen kann.

Die Grösse des Rucksacks entscheidet sich anhand der Nutzung. Wer nur Tagestouren plant, kommt mit einem kleineren Modell durch. Wer auch mal ein paar Tage unterwegs ist und eventuell noch Kleider, Zelt und Schlafsack sowie auch Nahrungsmittel mitnehmen möchte, braucht einen grösseren Trekking-Rucksack. Ich nutze für Tagestouren einen 30 Liter-Wanderrucksack.

Wanderschuhe

Beim Thema Schuhe wird es für den Barfussgeher einfach. Man hat keine Schuhe an den Füssen. Wer barfüssig wandern geht sollte aber in jedem Fall ein paar Schuhe mit dabei haben. Zu beachten ist hier, dass die Sohlen der Schuhe ein gutes Profil haben. In steilerem Gelände kann bei Nässe ein gutes Schuhprofil überlebenswichtig sein. Barfussschuhe welche teilweise kein Sohlenprofil haben, sind ungeeignet und gefährlich. Ich nutze Barfussschuhe mit einem guten Profil. Es gehen aber auch Trekkingsandalen, Turnschuhe oder ähnliches. Für mich kommen Sandalen aus optischen Gründen nicht in Frage. Ich kann solche Dinger nicht ausstehen.

Die Schuhe sollten leicht sein, da ihr sie im Rucksack mittragen müsst. Meine Schuhe packe ich zusätzlich in einen Plastiksack, damit ich den Rucksack innen nicht verunreinige, wenn ich die Schuhe schmutzig wieder in der Rucksack packen möchte.

Kleidung

Bei den Hosen entscheide ich immer anhand der Wetteraussichten und der Jahreszeit. Im Sommer habe ich ausschliesslich kürzere Bermudas an. In der Übergangszeit und auch im Winter ziehe ich auch mal Jeans an. Spezielle Outdoor-Hosen besitze ich nicht.

Am Oberkörper trage ich normale Baumwoll-Shirts und falls es etwas kühler ist, eine Hoodie-Jacke. Auch ein Multifunktions-Shirt ist manchmal eine gute Wahl. Wenn der Wetterbericht Unbeständigkeit ankündigt oder es kühler werden könnte, nehme ich noch eine gut Regenjacke/Windbreaker mit. Was nie fehlen darf, ist ein Sonnenschutz für den Kopf. Eine normale Basketballkappe tut hervorragenden Dienst.

Wer sich gerne mal einen Wolf läuft, sollte auf Funktionsunterwäsche zurückgreifen. Diese schützt vor dem Scheuern von Hautstellen zwischen den Beinen. Man kann aber auch Vaseline oder Babypuder verwenden.

Im Winter ziehe ich mir eine Mütze an. Ich mag keine kalten Ohren. Zur Sicherheit habe ich auch Wollhandschuhe im Rucksack, falls es doch mal sehr kalt werden sollte. Im Winter nehme ich auch ein paar Socken ins Gepäck. Da war ich schon sehr froh darüber. Wenn die baren Füsse wirklich auskühlen, sind Schuhe und Socken nicht das Schlechteste. Man muss sich ja keine Erfrierungen zuziehen.

Sonnenschutz

Nebst der Kappe gehört immer ein Sonnenschutzmittel für die Haut in den Rucksack. Faktor 30 oder mehr, auch wenn der Hauttyp die Sonne gut verträgt. In der Höhe hat man sich sehr schnell einen Sonnenbrand eingefangen.

Auch eine Sonnenbrille gehört in den Rucksack. In den Bergen ist die UV-Strahlung deutlich stärker. Deswegen müssen auch die Augen geschützt werden. Aber bitte keine billige China-Brille verwenden. Die haben oftmals keinen UV-Schutz.

1.Hilfe-Set

In den Rucksack gehört bei mir immer ein 1. Hilfe-Set. Ich habe mir dazu ein normales Set zugelegt, welches ich auch im Auto mitführe. Dort ist alles notwendige eingepackt. Ich ergänze dieses Set zusätzlich mit einer Zeckenpinzette und einem zusätzlichen Wundspray.

Das Notfallset sollte folgendes beinhalten:

  • 1 Beatmungsschutz (Maske)
  • 1 Zeckenpinzette oder Zeckenkarte
  • 4 Reinigungstücher für Wunden
  • 1 wasserfestes Sprühpflaster
  • 2 sterile Kompressen
  • 2 Blasenpflaster
  • 2 Schürfwundenpflaster
  • 2 Brandwundenpflaster
  • 1 Pflasteretui
  • 1 kühlende Verbandsbinde «Coolfix»
  • 1 Verbandsbinde 6 cm x 3 m
  • 1 Fingerverband Gaze 4 cm x 50 cm
  • 2 Set Wundnahtstreifen 6 mm x 76 mm
  • 1 Set mit: Schere, Pinzette, Sicherheitsnadel
  • 2 Paar reissfeste Nitril-Handschuhe
  • 1 Alu-Rettungsdecke
  • 1 Rolle Heftpflaster zum Fixieren 2.5 cm x 5 m
  • 1 Dose für persönliche Medikamente, Etwas Schmerzmittel sollte man dabei haben.

Ich habe auch immer ein wenig Panzertape und Sekundenkleber mit dabei. Panzertape eignet sich gut, um eine Bandage zu sichern, damit sie auch bei Bewegung hält. Mit Sekundenkleber kann man kleine Schnitt- oder Stichverletzung an der Fusssohle schnell und einfach zusammenkleben, damit kein Schmutz reinkommt. Mit Sekundenkleber sollte man aber nur kleine Verletzungen behandeln.

Auch eine Rettungsdecke gehört zur Ausrüstung meiner Tagestour. Falls der Körper im Notfall vor Unterkühlung geschützt werden muss, kann eine solche Decke das Überleben sichern.

Sackmesser

Als Universaltool hat Mann und Frau auch immer ein Sackmesser mit Korkenzieher an Bord. Mein Sackmesser hat auch noch kleine Schraubendreher eingebaut, damit ich an meinem Kamera-Zubehör auch mal etwas schrauben kann.

Wanderstöcke

Bis vor kurzem habe ich auf Wanderstöcke verzichtet. Ich nutze sie aber erst, wenn es wirklich notwendig ist.

Smartphone

Früher hatte man die Wanderkarte im Rucksack. Einige machen es auch heute noch so. Ich habe den Sprung ins neue Zeitalter vor längerer Zeit hinbekommen und verwende nur noch mobile Wanderkarten. Dazu empfehle ich die App von Swissmobile. Mit einem Jahresabo (30 Franken, mit Swisspass nur 20 Franken) kann man alle verfügbaren Wander-Maps auf dem Smartphone nutzen. Die Karten können auch für den Offlinebetrieb geladen werden. Dank GPS sieht man so zu jeder Zeit, wo man sich gerade befindet. Und wer will kann auch alle verfügbaren Wanderwege einblenden lassen.

Praktischerweise kann man mit dem Smartphone auch sehr schnell Hilfe anfordern, sofern man Netz hat. Gegenüber früherer Zeit ein grosser Vorteil. Die Schweiz ist auch in den Bergen recht gut abgedeckt.

Akkupack

Ein Smartphone braucht Energie. Und weil ich fast immer mit dem ÖV reise und meine Tickets über das Smartphon kaufe, ist es notwendig auch noch auf der Rückreise genügend Energie zu haben. Deswegen habe ich immer ein Akkupack zum Nachladen des Smartphones mit dabei.

Kopfhörer

Wenn es auf einer Wanderung mal nicht so recht vorwärts geht oder der Weg beschwehrlich ist, stöpsle ich mir die Ohrhörer ins Ohr und höre mir Podcasts oder Musik an. Das lenk mich etwas von der «Schufterei» ab. Ich gehe dann viel leichter.

Stirnlampe

Ich habe im Rucksack auch immer eine Stirnlampe eingepackt. Die heutigen Modelle mit LEDs leuchten sehr lang und sind auch sehr leicht und kompakt.

Leuchtstab

Im Rucksack befindet sich bei mir auch immer ein Leuchtstab. Kommt man im Dunkeln in Not und muss irgendwie ein Signal geben können, hilft ein knickbarer, roter Leuchtstab. Der reagiert mit ungiftigen Flüssigkeiten, welche sich vermischen und für ein paar Stunden leuchten.

Trinkflasche

Als Trinkflaschen-Ersatz nehme ich immer 2 x 5dl-PET-Faschen, gefüllt mit Hahnenwasser mit auf den Weg. PET-Flaschen sind leicht. Hahnenwasser ist der ideale Durstlöscher. Wenn ich in höherem Gebirge bin, fülle ich leere Flaschen unbedenklich mit frischem und klarem Wildbachwasser auf.

Verpflegung

Ich habe bei einer Tagestour immer auch etwas Nahrung mit dabei, auch wenn ich weiss, dass ich auf dem Weg an Bergbeizen vorbeikomme. Auf die Öffnungszeiten von Bergbeizen kann man sich aber nicht immer verlassen. Je nachdem brauche ich das mitgeführte Essen oder nehme es halt wieder nach Hause mit. Meinen Pausenapfel esse ich aber immer.

Als Verpflegung haben sich bei mir Äpfel, Bananen, Käse, Brot und geräucherte Würste oder Fleischkäse in der Dose bewährt. Ich habe auch immer ein Päckchen Traubenzucker dabei, falls mir mal die Energie ausgeht.

Mit dieser Ausrüstung übersteht man jede Tagestour ohne Probleme. Und man ist auch für Notfälle gut gerüstet.