Barfuss macht Spass.

Die Wanderung zur Twannbachschlucht ist Teerstrassenlastig. Für Barfüssler denen es nichts ausmacht, ist die Wanderung aber sehr schön.

Rucksack gepackt, Schuhe nicht geschnürt und losgezogen. Mein Ziel war die Stadt Biel. Biel oder auch Bienne ist eine zweisprachige Schweizer Stadt. Dort spricht man Deutsch und Französisch. Ein Einheimischer kann beides, ich kann es leider nur leidlich.

Ab Biel geht es los

Biel ist die Uhrenstadt der Schweiz. Biel ist die Stadt mit der höchsten Arbeitslosigkeit und den höchsten Schulden. Biel ist ein Schmelztiegel der Kulturen. Und trotzdem wurde Biel zum Geheimtipp der Schweizer Städte gewählt. Biel ist auch ein guter Ausgangsort für meine Wanderung. Es stand ein Klassiker auf dem Programm: Biel – Magglingen – Twannbachschlucht – Twann.

Standseilbahn

Zuerst führte mich der Weg vom Bahnhof zur Standseilbahn Magglingen. Diese Seilbahn führt 442 Meter weit hinauf nach Magglingen. Sie wurde 1887 gebaut und befördert in etwa 600‘000 Personen im Jahr. In Magglingen befindet sich die Eidgenössische Hochschule für Sport. Ebenso findet sich dort Einrichtungen des Bundesamtes für Sport. Eine ziemlich sportliche Sache also.

Bikestrecke

In Magglingen gibt es übrigens auch eine coole Downhillstrecke für Biker. Man fährt mit der Bahn hoch und rast mit dem Bike über eine recht anspruchvolle Donwhillstrecke wieder zur Talstation runter. Das kann man dann gleich mehrfach im Tag tun. Als ich noch jünger war, habe ich diese Möglichkeit genutzt. Doch jetzt findet bei mir alles etwas entschleunigter statt. Eine Wanderung war angesagt, welche etwa 3 Stündchen dauern sollte. Der erste Streckenteil führte mich am 1877 gebauten Grand Hotel Magglingen vorbei zum nachfolgenden Waldstück. Vom Grand Hotel bleibt nur der Name gross. Heute nächtigen dort unsere Sportskanonen zu günstigen Preisen.

Herrliche Waldböden laden nach dem Hotel zum Barfusslaufen ein. Allerdings kommt mir alle 5 Minuten ein Jogger entgegen. Das ist hier halt einfach so… wo Sport draufsteht ist auch Sport drinnen.

Felsformation

Irgendwann komme ich an eine komische Felsformation. Grosse Felsplatten mit tiefen Spalten liegen wie ein Teppich mitten im Waldstück. Ich habe mir etwas Zeit gegönnt und bin über diese Platten gewandelt. Der kühle Fels an diesem warmen Tag war herrlich für die Fusssohlen.

Jetzt kommt die Twannbachschlucht

Nachdem ich mich ausgetobt hatte, führte mich der Weg weiter bis zur Twannbachschlucht. Wie es der Name sagt führt der Weg entlang eines Baches durch eine Schlucht. Der Weg ist angenehm begehbar. Die Umgebung wirkt wild und romantisch. Eine wirklich schöne Schlucht.

 

Die Schlucht endet und die Rebberge der bekannten Weinregion breiten sich vor einem aus. Dazu der herrliche Blick über den Bielersee. Auch hier dominieren wieder die Teerstrassen. Mich stören Teerstrassen aber nicht gross. Im Gegenteil. Ich gehe gerne barfuss auf Teerstrassen.

Blick auf die St. Petersinsel. Dort wurde 1127 ein Kloster errichtet, welches heutzutage aber ein Gasthaus ist. Und hier schliesst sich der Kreis zu Goethe. Denn Goethe besuchte zu seiner Zeit diese Insel. Er war in guter Gesellschaft. Auch die Könige Preussens, Schwedens und Bayerns waren schon dort. Für mich sollte es aber heute keinen Besuch auf dieser Insel geben.

Mein Weg führte mich zuerst einmal hinunter nach Twann. Ein hübsches, kleines und herausgeputztes Dorf.

Endlich Mittagessen

Bald war ich an den Gestaden des Bielersees. Im Restaurant Ilge habe ich mich dann verköstigt. Barfuss war kein Thema. Das Essen aber schon. Denn es war extrem lecker. Ich habe mir natürlich Fisch aus dem See bestellt. Dazu einen Zweier Weisswein aus Twann. Nach dem Essen unterquerte ich den Bahnhof und wartete am See auf eine Mitfahrtgelegenheit. Diese kam dann auch irgendwann in Form eines Schiffs, welches mich zurück nach Biel brachte.

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