Barfuss macht Spass.

Die Strecke von Bremgarten nach Mellingen ist ein Klassiker unter den Wanderfreunden. Ob mit oder ohne Schuhen.

Ich darf gleich zu anfangs sagen, dass die Variante ohne Schuhe extrem viel Spass macht. Der Weg führt zu 99% entlang des Flusses «Reuss».

Der grösste Teil des Weges führt über herrliche Wiesen- und Waldpfade.

Heute führte mich das Postauto zur Haltestelle Obertorplatz. In Gehdistanz findet man auch den Bahnhof der Dietikon-Bremgarten-Bahn, falls man mit dem Zug anreisen möchte.

Der Obertorplatz befindet sich neben der Altstadt. Die kleine, aber hübsche Altstadt lädt zum Erkunden ein. Es lohnt sich hier ein Stündchen Zeit zu reservieren. Die Namen der Gassen sind Beweis genug: Engelgasse, Bärengasse, Schlössligasse,Sternengasse… Ich empfehle zudem den Besuch der Stadtkirche und der Reussbrücke.

Der Weg führt vor der Reussbrücke nach rechts die Reussgasse hinunter. Bald erreicht man den Hexenturm, welcher gleich an der Reuss liegt. Von der führt der Wanderweg dann entlang der Reuss. Der Weg beschreibt ein scharfes «S», welches aber gespiegelt geschrieben ist. Zuerst geht es vorbei am Vereinshaus der Wasserfahrer. Danach erreicht man das Armee-Trainingsgelände der Pontoniere. Dieser Teil ist gekiest und geschottert, aber nur sehr kurz. Danach geht es weiter auf einer Kiesstrasse entlang der Militärwiese. Auf der Flussseite links erreicht man die einzige, ständige Wasserwalze in der Schweiz, welche zum Wellenreiten eignet. Dort kann man sehr oft den Wellenreitern zuschauen. Auch im Winter.

Nach der folgenden Industriehalle wandelt sich die Kiesstrasse in einen angenehmen Wanderweg. Der ist aber nicht sehr lang. Danach muss man nochmals ein rechtes Stück auf einem Kiessträsslein gehen (500 Meter).

Beim Wehrweidliweg biegt dann aber wieder ein angenehmer Wiesenweg ab, welchem ich nun eine sehr lange Zeit folgen werden. Die Reuss schlängelt sich in weiten Bögen durch das Land.

Da es vor meiner Wanderung 2 Wochen geschüttet hatte, standen viele Uferwege unter Wasser. Ich musste teils fast hüfthoch durch das Wasser waten. Diese Nässe mit der darauf folgenden Wärme führte dazu, dass es Milliarden von Stechmücken hatte. Und die hatten alle Hunger. Extremen Hunger. Ein Indianer kennt aber keinen Schmerz.

Kurz vor dem Campingplatz Sulz befindet sich etwa 50 Meter vom Ufer entfernt das Restaurant Fahr. Ein ziemlich gutes, aber auch eher teures Restaurant mit 14 GaultMillaut-Punkten. Ob man dort barfuss rein darf, weiss ich nicht.

An den Wochenenden von März bis Oktober kann man unterhalb des Restaurant Fahr eine Fahrt mit der Fähre unternehmen, welche Wanderer und Unternehmungslustige auf die andere Flussseite nach Fischbach führt. Der Fahrpreis beträgt 1.50 (pro Fahrt).

Ich bevorzuge als Zwischenhalt jeweils das Rüssstübli des Campingplatzes, welches drei hundert Meter weiter folgt. Dort kriegt man nebst Getränken und Glacés auch einfache Menüs zum Essen. Ich empfehle die Älplermakaronen. Barfüsser sind dort natürlich gerne gesehene Gäste.

Irgendwann erreicht man die Gnadentalbrücke. Die Brücke wurde 2017 neu gebaut. Auf der alten Brücke war nur eine Fahrspur vorhanden, nun hat sie eine zweite Spur bekommen. Auf der anderen Seite der Brücke befindet sich das Restaurant Gnadenthal. Dort findet man eine nette Gartenterrasse. Barfuss ist in diesem Restaurant auch kein Problem. Ich habe hier schon oft auf einer Schlauchboot-Tour einen Zwischenhalt gemacht, wie so viele andere auch. Man ist sich hier Barfussgänger gewohnt.

Irgendwann erreicht man die Reussinsel. Es gibt keinen Fussweg auf die Insel. Bei ganz wenig Wasser kommt man aber halb schwimmend gut rüber. Es hat eine Feuerstelle und Sitzgelegenheiten.

Und schon bald geht die Wanderung dem Ende entgegen. Man erreicht das Städtchen Mellingen. Dieses Städtchen ist vom Strassenverkehr leider komplett überlastet. Es ist aber eine Umfahrungsstrasse geplant, welches das Städtchen entlasten wird. Von hier geht es mit dem Postauto wieder zurück. Mellingen hat aber auch Anschluss an das Eisenbanhnnetz. Der Bahnhof ist aber noch 20-30 Minuten entfernt. Man geht hauptsächlich auf Hartbelag.

Wer noch genügend Energie hat kann von Mellingen aus auch noch nach Brugg weiterwandern. Allerdings sind die meisten Wege nur noch geschottert. Als Barfüsser lohnt es sich somit nicht.

Die Wanderung nach Bremgarten findest Du hier