Barfuss macht Spass.

Es ist zum Glück schon eine Weile her, als in einer Zürcher Zeitung unter der Rubrik «Ratgeber» eine Knigge-Expertin zum Thema «Barfuss» Stellung nahm. Ich nehme es vorneweg, etwas dümmeres habe ich selten gelesen.

Sie schrieb das Barfusslaufen nur in den Ferien, im Freibad, Zuhause in der Wohnung oder bei guten Freunden in deren Garten tolerierbar sei. Barfusslaufen sei nämlich unästhetisch und unhygienisch.

Und Barfusslaufen sei wegen möglicher Verletzungsgefahren auch gefährlich. Man könne in der Strasse auf Glas- oder Metallscherben treten oder bekomme auf heissem Beton wüste Blasen.

Die nette Frau sollte besser mal barfuss vor die Türe treten und mit offenen Augen durch die Stadt gehen. Glassplitter sieht man höchst selten. Metallsplitter (was auch immer das sein mag) habe ich noch nie rumliegen sehen. Nach 10 Jahren barfusslaufen quer durch die Schweiz, in Städten und auf Bergen hatte ich noch nie, auch nur ansatzweise das Gefühl, mich einer Gefahr auszusetzen. Ich frage mich auch, was eigentlich unhygienischer ist: den Fuss an frischer Luft zu haben oder den ganzen Tag in Schuhen zu schwitzen. Wir wissen alle, dass der Käsefuss dem tragen von Schuhen geschuldet ist.

Immerhin, Frau Knigge erlaubt schöne, gepflegte Sandalen, damit die Füsse doch noch etwas Luft bekommen.

Kinder, Kinder, bei solchem Stuss wird mir manchmal ganz schwindlig. Warum schreiben Leute etwas, von dem sie nichts verstehen?