Wie immer barfuss beim Einkaufen

Barfuss macht Spass.

Am Samstag war ich wie so oft zum Einkaufen unterwegs. Wie immer barfuss. In der Coronakrise meide ich allerdings die grossen Center, weil dort die Abstand- und Hygienevorschriften mehrheitlich nicht eingehalten werden. Meine Erfahrung ist, dass man in kleineren Läden mehr Rücksicht aufeinander nimmt. Deswegen besuche ich im Nachbardorf öfters den Spar, auch wenn ich dafür extra mit dem Auto anreisen muss. Sonst bin ich ja eher der Fussgänger und gehe zu Fuss zum Einkaufen.

Barfuss im Spar

Vor dem Spar stehen idealerweise 10 Parkfelder bereit. Als ich dort ankam, waren 6 Parkfelder belegt. Ich Parke mein Auto auf dem 7. Parkfeld, nehme meinen kleinen Rucksack, in welche ich meine Einkäufe jeweils lege und betrete den Laden.

Das Einkaufen war recht unspektakulär. Es befanden sich rund 10 Personen im Laden. Nicht mitgezählt die Verkäuferin an der Fleischtheke und die Dame an der Kasse. Zudem war noch ein jüngerer Mann damit beschäftigt, ein Gestell aufzufüllen. Ob meine Barfüssigkeit dem Personal zu diesem Zeitpunkt aufgefallen ist, kann ich nicht sagen.

Barfuss an der Kasse

Nachdem ich alle Waren welche ich benötigte in meinem Einkaufskorb hatte, ging ich zur Kasse. Vor mir war noch ein Mann um die 50, dessen Waren durch die Kassiererin abgearbeitet wurden. Als es um das Bezahlen ging, hatte der Mann etwas Probleme. Zuerst wollte er den Betrag 23.45 mit Kleingeld bezahlen. Nach etwa einer Minute merkte er, dass er zu wenig Kleingeld hatte. Also behalf er sich mit einer Geldnote aus. Allerdings war er unschlüssig, ob er gleich die 50er-Note nehmen sollte, oder die 20er plus etwas Kleingeld. Die Entscheidung dauerte nochmals 30 Sekunden. Er wählte dann die 50er Note.

In diesen knapp 2 Minuten begann es hinter mir aufzustauen. Als ich zurückschaute, waren sicher 5 Kunden, den Corona-Abstand schön einhaltend, in der Warteschlange. Dann kam ich an die Reihe. Meine Waren langen bereits auf dem Transportband der Kasse und die Kassiererin begann ihre Arbeit. Piep – Piep – Piep …..

Bist Du barfuss?

Dann zuckte ich Zusammen. «BIST DU BARFUSS» schrie jemand mit einer hellen Stimme. Ich wusste natürlich, dass ich gemeint war. Und ich wusste, dass das ein Kind sein musste. Ich drehte mich in die Richtung, aus welcher der Schrei kam. Der Schrei kam von dort, wo all die anderen Kunden warteten. Ein kleiner Junge, einen ebenso kleinenEinkaufswagen schiebend, drängelte an allen wartenden Kunden vorbei. Er war vielleicht 6 Jahre alt und hatte Flip-Flops an den Füssen. Und dann wiederholt er seinen Schrei, als ob ich es das erste Mal überhört hätte. «BIST DU BARFUSS»…

Jeder im Laden sah auf meine Füsse. JEDER. Der kleine Junge war ja nicht zu überhören. Vermutlich hat das auch die Dame hinten links an der Fleischtheke mitbekommen. Ich bin mir ja viele gewohnt, aber dieses durch das Mark und Bein gehende, helle und extrem lauten Schreien war echt unangenehm. Meine Ohren schmerzten.

Barfüssige Reaktion.

Ich habe den Jungen angesehen und ganz ruhig gesagt: «Das hast Du aber perfekt herausgefunden, dass ich barfuss bin. Du bist ein kluger Junge». Er hat mich mit grossen Augen angeschaut und war dann, so schnell er aufgetaucht war, auch wieder weg.

Ich habe mich wieder der Kasse zugewandt. «Das macht 31.85», sagte die Kassiererin freundlich. Ich habe wie immer mit Karte bezahlt, welches genau 5 Sekunden gedauert hat und anschliessend die Waren in meinen kleinen Rucksack gepackt. Danach bin ich gemütlich aus dem Laden raus und zu meinem Auto spaziert.