Barfuss macht Spass.

008 – meine schlimmsten Barfuss-Verletzungen

In dieser Folge: Wer barfuss läuft, kann sich auch mal verletzen. Doch ganz ehrlich – Verletzungen sind dennoch sehr selten, da man barfuss besonders achtsam unterwegs ist. In dieser Folge gehe ich auf meine «schlimmsten» Verletzungen seit meiner mehrjährigen Barfuss-Zeit ein. Du wirst erkennen, dass barfusslaufen eine unproblematische Sache ist. Wenn Dir dieser Podcast gefallen […]

Nachfolgend der geschriebene Text zum Podcast auch zum nachlesen. Der Text kann gegenüber dem Podcast durchaus etwas anders daherkommen.

Barfusslaufen ist grundsätzlich ungefährlich. Da der Fuss aber ungeschützt ist, ist das kurzfristige Verletzungsrisiko natürlich grösser, als wenn man Schuhe an den Füssen hat.

Dennoch gesund

Langfristig angeschaut ist barfusslaufen dennoch viel gesünder als ständig Schuhe zu tragen. Die allermeisten Schuhe schädigen das Skelett und lassen Muskelpartien verkümmern. Füsse werden deformieren. Schuhe tragen führt zu Rückenprobleme und generell zu gesundheitlichen Problemen, welche man sonst nicht hätte. Schuhe sind also auch mit verantwortlich für Wohlstandskrankheiten, die man barfüssig kaum bekommen würde. Warum barfusslaufen gesund ist, kannst Du dir in Folge Nummer 3 vom 13. September 2018 anhören.

Verletzungen sind selten

Die Chance sich barfuss zu verletzen, ist sehr klein. Du musst also keine Angst haben und darfst mir ruhig glauben. Ich laufe seit 10 Jahren barfuss und habe mich noch nie ernsthaft verletzt. Aber wie bei allen Dingen die man tut – die Möglichkeit sich zu verletzten besteht natürlich auch beim Barfusslaufen.

Nur wer den ganzen Tag Zuhause auf dem Sofa sitzt, wird sich wohl weniger verletzen – dafür aber frühzeitig an Bewegungsmangel abkratzen.

Verletzungen welche ich barfuss in diesen 10 Jahren schon hatte

Meine schwerste Barfussverletzung hatte ich als Kind. Dazumal bin ich nicht bewusst barfuss gelaufen, sondern einfach, weil man es dort als Kind gemacht hat. Es war normal. Ich verbracht mit meiner Familie zwei Wochen Camping-Ferien in Italien auf einem sehr grossen Campingplatz in Jesolo, nahe Venedigs. Wir waren eine Hand voll Kinder und trollten den ganzen Tag auf dem Campingplatz herum. Irgendwo lag ein Nagel. Ein rostiger, fieser, dicker und langer Nagel. Der Nagel war in der Mitte 90 Grad gebogen. Die Spitze des Nagels stand nach oben. Und in genau diese Nagelspitze bin ich hinein gestanden. Der Nagel ging genau in der Mitte des Fussgewölbes in die Sohle rein. Der Arzt des Campingplatzes hat den Nagel dann mit einer Beisszange wieder rausgezogen. Es liess es sich nicht nehmen, mir auch noch eine Tetanus zu setzen, obschon ich bereits vor etwa zwei Jahren geimpft wurde. Auf alle Fälle waren das herumtollen vorbei.

Gebrochene Zehe?

Meine zweitschwerste Verletzung war eine angeknackte Zehe. Diese Verletzung habe ich mir, so peinlich es auch ist, Zuhause zugezogen. Ich bin Barfuss durch meine Wohnung gerannt, weil ich es eilig hatte. Dabei bin ich ganz leicht ins Rutschen gekommen und bin mit meiner kleinen Zehe des Rechten Fusses mit einem Möbel kollidiert. Ich sage euch eines – ich hatte es dann plötzlich nicht mehr eilig. Dieser Zusammenstoss hat extrem geschmerzt. Man habe ich aufgeheult. Ein Wolf wäre neidisch auf meinen Schrei gewesen. Ich bin dann sogleich zu meinem Kühlschrank gehumpelt und habe aus dem kleinen Tiefgefrierfach ein paar Eiswürfel aus der Eiswürfelschale geklaubt, diese in ein Küchentuch gewickelt und ganz vorsichtig meine kleine Zehe zu kühlen begonnen. Die Zehe färbte sich in den folgenden Minuten wie ein Regenbogen. Ich kann nicht sagen ob die Zehe gebrochen war. Auf alle Fälle tat sie mir noch 3 Wochen später weh. Beim Autofahren konnte ich das Gaspedal und die Bremse allerdings nur mehr recht als schlecht bedienen. Ich denke ich hätte so die ersten Tage nicht rumfahren sollen. Doch ohne Arbeit keine Fränkli. Ich kann mich ja schlecht von der Arbeit dispensieren lassen wegen meiner kleinen Zehe. Im Büro darf ich aber barfuss sein. Meine Kollegen haben sich über meine geschwollene und farbige Zehe lustig gemacht. Sprüche wie: «das hat man vom Barfusslaufen» waren vorprogrammiert. Ausserhalb des Büros, an Meetings und der gleiche musste ich mir dann aber jeweils gaaaanz vorsichtig Schuhe überstreifen. Mit Schuhen habe ich deutlich stärker gehumpelt als ohne Schuhe.

Touristen irren sich

Von Touristen hört man immer wieder, wie sauber die Strassen in der Schweiz sind. Das war leider mal so. Die Touristen sagen es zwar immer noch, die Sauberkeit hat aber dennoch stark nachgelassen. Der gesellschaftliche Wandel hat dafür gesorgt. Die Leute verpflegen sich vermehrt unterwegs. Fastfood-Verpackungen werden überall liegen gelassen. Und die verdammte Sauferei der Jugendliche führt dazu, das so manche schöne Parkbank zugemüllt ist, auch wenn es drei Meter nebenan einen Abfallkübel stehen hat. Alkohol macht das Hirn doof. Und dann wird halt aus lauter Besoffenheit auch mal eine Bierflasche auf einem Gehweg zertrümmert. Weils halt so Spass macht.

Glasflasche

In einer wunderschönen Sommernacht bin ich dann vom Nachtkino nach Hause kommend, im Dunkeln mit einer Scherbe einer solch zertrümmerten Bierflasche in Kontakt gekommen. Ich bin nicht draufgestanden, habe sie aber mit meiner grossen Zehe versehentlich weggekickt. Der Schnitt an der grossen Zehe war nicht allzu tief, aber lang. Es hat schon etwas geblutet. Ich habe dann am Smartphone die Taschenlampe angemacht und musste feststellen, dass ich mitten in einem Scherbenhaufen und auf Scherben stand. Die Scherben unter meiner Fusssohle hatten aber zum Glück keine Verletzung zur Folge. Dass auf diesem Weg entlang der Hauptstrasse eine Flasche zertrümmert wurde, hat mich nicht gewundert. Das ist der Hauptweg, welche heimkehrende nehmen müssen. Bei uns werden nachts um 1 Uhr die Strassenlampen ausgemacht. Damit lässt sich Strom und Geld sparen. Zudem verhindert es Lichtverschmutzung, man kann die Sterne wiedersehen. Grundsätzlich ist es eine gute Sache. Trotz dieses Zwischenfalls finde ich es ok. Ich habe jetzt aber immer eine kleine Taschenlampe mit dabei.

Dornen

Brombeerdornen trete ich mir fast jedes Jahr rein, da ich oft auch im Wald unterwegs bin. Solche Dornen lassen sich zu 90% mit den Fingern wieder rausziehen. Und sonst nehme ich die Pinzette zur Hand, welche ich immer dabeihabe. Anfangs meiner Barfusskarriere hatte ich bei Schotterwegen und den scharfkantigen Steinen immer mal kleine Verletzungen an der Sohle. Meine Sohlen sind aber nun deutlich widerstandsfähiger geworden. Zudem muss ich mir nichts mehr beweisen und ziehe viel schneller Schuhe an, wenn es wirklich notwendig ist. Früher wollte ich jeden Weg wie ein harter Hund bewältigen. Diese Zeit ist aber zum Glück vorbei.

Das war es dann schon mit den Verletzungen innerhalb meines jahrelangen Barfussgehens. Ich hoffe es bleibt so.