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Wir lieben Barfuss

Bei vielen Leuten sieht der Tag etwa so aus: Sie recken sich ein paar Mal im Bett, stehen dann auf und stecken ihre Füsse sogleich in die Finken. Beim Duschen sind sie dann kurz barfuss, um danach sogleich wieder in die Finken zu schlüpfen. Dann ziehen sie Socken und Schuhe an und gehen zur Arbeit. Sie kommen am Abend nach Hause, ziehen die Schuhe aus und schlüpfen in die Finken. Erst wenn sie zu Bett gehen, sind sie dann wieder nackten Fusses. Viele Orthopäden und Fussspezialisten finden das nicht so toll. Sie raten immer wieder dazu, mehr barfuss zu laufen. Und sei es nur Zuhause in den eigenen vier Wänden. Noch besser wäre es natürlich, wenn man auch mal barfuss rausgehen und einen Spaziergang machen würde. Denn Barfusslaufen stärkt die Fussmuskulatur und wirkt einer Fussfehlstellung entgegen.

Viele Füsse entsprechen nicht der natürlichen Norm. Fast 50% der Füsse haben bereits eine Fehlstellung des Fussgewölbes. Es senkt sich leicht ab. Es bestehen dann tendenzen zum Senkfuss. Ebenfalls sehr verbreitet ist der Spreizfuss. Und viele Menschen, vor allem Frauen, klagen über verbogene Zehen. In der Regel Hallux valgus.

Senk, Knick- und Plattfuss

Diese drei Fehlstellungen kommen oftmals in Kombination vor. Meistens beginnt es mit dem Senkfuss. Das Längsgewölbe des Fusses senkt sich. Das haben viele Menschen und bereitet in der Regel noch keine Probleme. Gleichzeitig knickt der Fuss zur Seite und es bildet sich ein Knick-Senkfuss.

Der Senkfuss kann dann zu in einen Plattfuss übergehen. Im Kindesalter sind Plattfüsse übrigens normal. Bis zur Pubertät sollte sich das Längsgewölbe allerdings normal ausgebildet haben. Wenn der Plattfuss aber bleibt kann er sich schmerzhaft auswirken. Zu den Beschwerden zählen beispielsweise Schmerzen auf der Fussinnenseite, welche auch anschwellen und sich entzünden kann. Steht die Ferse nicht mehr gerade, belastet dies unter anderem das Sprunggelenk und die dazugehörigen Bänder und Sehnen.

Woher kommt das?

Die Anlage zu dieser kombinierten Fehlstellung ist meist angeboren. Tritt sie im Erwachsenenalter aber neu auf, kann es aber sehr schnell zu Schmerzen führen. In vielen Fällen sind geschwächte Sehnen und Bänder daran schuld. Gibt die Sehne nach, die das Fussgewölbe stabilisiert, senkt sich der Fuss ab und die Ferse kippt zur Seite. Schuld ist die schlecht ausgebildete Fussmuskulatur. Ebenso können Übergewicht oder Rheuma zu Knick-Senkfüssen führen.

Was kann man dagegen tun?

Wenn man nicht zu spät beginnt erreicht man mit der Stärkung der Fussmuskulatur gute Ergebnisse. Fussgymnastik und barfuss laufen gehören zu den bewerten Rezepten. Sollten Sehnen und Gelenke aber bereits beschädigt sein, kann ein chirurgischer Eingriff im Einzelfall sinnvoll sein. Sonst besteht die Gefahr dass die Schädigungen noch stärker werden.

 

Spreizfuss

Der Spreizfuss ist die Fussfehlstellung, die am häufigsten Schmerzen bereitet. Die Vorderfuss verbreitet sich und die Zehen krümmen sich. Betroffen sind oft die mittleren Zehen und die Fussunterseite. Dort bilden sich auch vermehrt Schwielen und Hühneraugen. Ein Spreizfuss begünstigt zudem die Entstehung eines Hallux valgus.

bottom of foot

Woher kommt das?

Dieses Leiden sieht man meistens bei Frauen. Übergewicht und falsches Schuhwerk sind hier die Hauptschuld. Hohe Absätze und spitz zulaufende Schuhmodelle belasten den Vorfuss extrem stark.

Was kann man dagegen tun?

Schuhe wie oben beschrieben meiden. Und ganz viel barfusslaufen. Manchmal können auch Schuheinlagen helfen.

Hohlfuss

Hohlfüsse sind eher selten, spielen aber bei gewissen Krankheiten eine wichtige Rolle. Der Hohlfuss ist das Gegensätzliche vom Plattfuss. Das Körpergewicht lastet bei Stehen und Gehen nur auf der Ferse und dem Vorfuss, weshalb dort Schmerzen und Schwielen auftreten können. Hohlfüsse knicken wegen der fehlenden Stabilität auch sehr schnell um. Das überlastet die Bänder im Bereich des Sprunggelenks.

Woher kommt das?

Ein Hohlfuss kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens bilden. Tritt er im Erwachsenenalter neu auf kann eine Erkrankung des Nervensystems vorliegen – nicht selten ist er sogar das erste Anzeichen dafür. Daneben begünstigen bestimmte Muskelkrankheiten und Lähmungen die Entwicklung eines Hohlfusses.

Was kann man dagegen tun?

Ganz viel Barfusslaufen bringt einen hohen Nutzen. Orthopädische Schuheinlagen stützen das erhöhte Fussgewölbe und vermindern damit den Druck auf Ferse und Vorfuss. Teilweise wird sogar ein speziell gefertigter Schuh nötig. Reichen diese Maßnahmen nicht aus oder verformt sich der Fuss zusehends, kann eine Operation nötig werden.