Fürstein

Feuerstein011
Barfuss macht Spass.

Vor einigen Wochen bin ich vom Parkplatz Glaubenbergpass aus über den Rickhubel zum Fürstein hochgelaufen. Ein perfekter Barfussweg.

Parkieren

Beim Parkplatz (1543 Meter) kann man kostenlos parkieren. Daneben befindet sich auch eine kleine Beiz. Im Sommer werden an Ständen vor allem am Wochenende regionale Naturprodukte angeboten. Und wir geniessen es – auch eine kostenlose Toilettenanlage kann benutzt werden.

Die schönen Wege starten nach 10 Minuten

Während die Anfänger nach dem parkieren des Autos zuerst die Wanderschuhe schnüren, gehen wir beherzt Fakten Fusses los. Zuerst geht es eine alte Teerstrasse hoch. Dort würde auf der linken Strassenseite der Wanderweg starten. Dieser Einstieg jedoch ist gesperrt. Zu viele Wanderer haben diesen Weg zur einer Sumpflandschaft umgestaltet. Da sich dort ein schönes Moor befindet, wurde dieser Weg gesperrt, damit sich das Moor wieder etwas erholen kann. Die Umleitung führt über eine 200 Meter lange (leider) Schotterstrasse. Doch dann wird es Himmlisch. Der Wanderweg biegst in das Moorgebiet ein.

Aufstieg über den Rickhubel

Der Aufstieg über den Rickhubel ist teils recht stutzig und kann durchaus auch etwas matschig sein. Meine Füsse waren sehr schnell mit einer Schlammpackung versehen. Doch ich liebe solche Wege. Wenn der Schlamm zwischen den Zehen hochquillt – eine wunderbares Gefühl. Und wenn ich daran denke, wie lange die beschuhten Wanderer anschliessend ihre Wanderschuhe putzen müssen…haha… da lache ich doch gleich laut los.

Ich folge zwei Wandergruppen, bestehend aus Frauen. Sie sind mir fast etwas zu langsam. Da der Weg aber schmal ist, konzentriere ich mich etwas auf die Fotografie und kann mich so dem Tempo der Damen anpassen.

Fürstein

Schöner Aufstieg hoch zum Rickhubel

Rickhubel

Wir kommen alle zusammen oben auf dem Rickhubel (1943 Meter) an. Es dauert nicht lange und ein Gespräch entwickelt sich. Die Frauen zeigen sich sehr interessiert zu meinem barfüssigen Wanderstiel. Allerdings hat keine den Mut, sich mir anzuschliessen. Vielleicht schreckte sie meine verdreckten Latschen etwas ab. Ich genoss bei Prachtswetter ein kleines Stück Emmentaler Käse.

Coole, aber dreckige Füsse

Dreckige Füsse mit Aussicht

Aufstieg zum Fürstein

Nach dem Mittagessen machte ich mich an den Aufstieg auf den Fürstein (2040 Meter). Lächerliche 100 Höhenmeter lagen vor mir. Doch der Aufstieg war ziemlich steil und teils auch felsig.

Immer dem Wegweiser entlang

Immer dem Wegweiser entlang

Frau Ranger

Auf halbem Weg kam mir die neue Aufseherin (Mountain Ranger) vorbei. Solche Ranger sind in diesem Gebiet seit diesem Jahr unterwegs. Der Grund ist einfach – zu viele Menschen verliessen im Moor die Wanderwege und beschädigten dadurch die Moorlandschaft. Diese Ranger sollen (mit Aufklärungsarbeit) für Ordnung sorgen. Zudem haben die Ranger einen kleinen Müllsack mit dabei. Es bleibt halt immer irgendwo etwas liegen. Vor allem die Raucher seien mühsam, wie sie meinte. Die lassen ihre Stummel überall liegen. Und diese aufzunehmen sei eher «gruusig». Da konnte ich ihr nur beipflichten.

Ich plauderte sicher 15 Minuten mit ihr. Natürlich viel irgendwann die Sprache auch auf meine fehlenden Schuhe. Sie zeigte sich interessiert und meinte, dass auch sie schon barfuss gewandert sei. Beruflich als Ranger würde das jedoch nicht gehen.

Der Grat hoch zum Fürstein

Der Grat hoch zum Fürstein

Das Fürstein-Bänklein

Oben angekommen fand ich ich ein kleines Bänklein, von dem sich gerade zwei Wanderer erhoben und mir den Platz freimachten. Welch Glück. Die Aussicht in die Bergwelt war fantastisch.

Was für eine Aussicht

Was für eine Aussicht

Eintrag ins elektronische Gipfelbuch

Beim Gipfelkreuz gab es früher ein Gipfelbuch, in welches man sich eintragen konnte. Heute funktioniert auch dies elektronisch. Man muss einfach den QR-Code scannen, welches am Kreuz angebracht wurde und kann sich dann so per Handy im elektronischen. Gipfelbuch verewigen. Ich mag Technik. Doch diese hier gefällt mir nicht. Das Gipfelbuch fand ich viel sympathischer. Darum habe ich auf die Eintragung verzichtet.

Das Gipfelkreuz

Das Gipfelkreuz wurde 2015 erneuert

Speisen mit Einheimischen

Ich genoss die Aussicht und schnabulierte den Rest meiner Speisen. Ein Landjäger und nochmals etwas Käse. Die Bergdohlen fanden grosses Interesse an meinen Leckereien. und die sind ziemlich frech. Als Kind haben die mir schon mal einen Servelat aus der Hand stibitzt. Heute war ich aber der Stärkere. Dennoch gab ich den drei Dohlen jeweils ein kleines Stück Landjäger ab.

Nach der Stärkung und dem Genuss der Aussicht machte ich mich an den Abstieg. Mein Ziel war das Sewenseeli mit der Sewenseeli-Kapelle.

Der Seewensee

Zum Baden war es zu kalt

Kapelle

Die kleine Kapelle oberhalb des Seewenseeli. Herzig.

Die Kapelle (1719 Meter) ist einfach, aber dennoch schön eingerichtet. Und wie ich es halt immer mache, habe ich auch in dieser Kapelle brennendes Kerzlein hinterlassen.

Mag keine Schotterstrasse

Ab hier folgt der offizielle Weg entlang einer Schotterstrasse. Auf diese Schotterstrasse hatte ich aber keine Lust. Auf meiner Karte erkannte ich jedoch einen Wanderweg, welcher hoch zur Seewenegg-, und von dort wieder hinunter zum Glaubenbergpass führte. Genau das Richtige für mich.

Der Weg schien länger nicht mehr begangen gewesen zu sein. Vor allem oben auf der Seewenegg im Weidland konnte man den Wanderweg kaum mehr erkennen. Der Weg führte mitten durch eine Kuhherde mit Mutterkühen und deren Kälber. Hier ist grösste Vorsicht geboten. Ich habe den Wanderweg deswegen verlassen und bin um die Herde herum gewandert. Man muss sich selbstbewusst, aber dennoch vorsichtig bewegen. Wenn man auf die Weide komm, sollte man die Kühe beobachten. Drohgebärden von Kühen zeichnen sich durch Heben und Senken des Kopfes, Schnauben, Scharren und Brüllen aus. Bemerken man diese Alarmsignale, sollte man langsam wieder rückwärts gehend die Weide verlassen. Schnelle Bewegungen wirken auf Kühe bedrohlich. Am besten sucht man sich einen anderen Weg.

Verbotene Zone

Als ich das Ende des Wanderweges erreichte wusste ich, weswegen hier kaum mehr jemand unterwegs war. Ich befand mich nämlich genau im abgesperrten Wanderwegbereich, welcher das Moor schonen sollte. Sorry.

Eins Trinken

Meine Füsse habe ich dann im Rick gewaschen. Gleich links neben der Brücke kommt man mit leichten Turnübungen zum Bergbach runter. So durfte ich mit einigermassen sauberen Füssen in der Beiz neben dem Parkplatz noch den wohlverdienten, alkoholfreien Most geniessen. Prost!

tour feuerstein

Klicke auf die Karte und öffne die Tour in SchweizMobile. Dort kannst Du die Tour auch als GPS-Datei herunterladen, Ausdrucken oder was auch immer.