Die Geniesser-Tour

Barfuss macht Spass.

Die Chabisse-Tour liegt im Kanton St. Gallen. Diese Region ist für Barfusswanderungen besonders gut geeignet, da es viele Berge um die 1500 Höhenmeter hat, welche nicht hochalpin sind. Die Untergründe bestehen aus Waldböden und Weidegründen. Die Waldwege sind naturnahe gehalten. Es hat eher wenig geschotterte Forstwege.

Es braucht etwas Ausdauer

Diese Tour dauert zwischen 5 und 6 Stunden. Sie ist, was die Untergründe anbelangt, zu 97,4% absolut barfusstauglich. Auch für Einsteiger. Dennoch – ob Einsteiger 6 Stunden durchhalten, ist dann wieder eine andere Frage. Aber sicher eine gute Tour, um erste Barfuss-Wandererfahrungen sammeln zu können. Man kann ja auch hin und wieder aus den Schuhen schlüpfen.

Als Parkplatz habe ich Punkt 1 auf der Karte gewählt. Es handelt sich hier um einen grösseren Platz, welche die Holzarbeiter zum Lagern ihrer Baumstämme und Forstgeräte verwenden. Nach Rücksprache mit einem Einheimischen, welcher zur selben Zeit auf diesem Platz parkiert hat, darf man hier problemlos parkieren. Man muss aber schauen, dass man die Holzarbeiter nicht behindert. Also dort parkieren, wo kein Holz liegt. Und immer am Rand des Platzes, damit die grossen Lastwagen genug Platz haben. Der Parkplatz ist kostenlos.

Das Gebiet bietet steile Aufstiege

Der Aufstieg bei Punkt 2 ist als Wanderstart etwas sehr steil. Aber er bietet sehr angenehme Untergründe. Man kommt gut vorwärts. Nach dem Aufstieg folgen wunderbare Wege über Alpweiden. In diesem Bereich findet man auch viele Büsche mit Heidelbeeren. Ich war gerade zur rechten Zeit da und habe mich ausgiebig bedient.

Bei Punkt 3 (Holzhütte) habe ich eine Abkürzung genommen, damit ich die Schotterstrasse meiden konnte. Ich bin einfach Querfeldein in gerader Linie zum Gebäude, welches unterhalb dieses Hügels liegt, hinuntergelaufen. Die Strasse beim unteren Gebäude besteht dann aus Teer. Dieser folgt man etwa 10 Minuten. Danach beginnt der Schluchtweg.

Ein besonders reizvoller Weg ist Punkt 4. Dieser Schluchtweg führt entlang einer hohen Sandwand mit ziemlich losem Gestein. Hier sollte man vorsichtig sein. Es könnte jederzeit ein Stein runterfallen. Entlang der Sandwand hat es auch noch ein Sicherungskabel, an welchem man sich festhalten kann, da es links des Weges etwas runtergeht. Der Bach dort unten in der Schlucht nennt sich Necker.

Am Ende der begehbaren Schlucht führt der Weg auf der gegenüberliegenden Schluchtseite zuerst wieder etwas zurück in die selber Richtung, aus welcher man gekommen ist. Doch dann führt der Weg bei Punkt 5 sehr steil nach oben. Oben angekommen könnte diese Gegend (Sandwald) aus einem verwunschenen Märchen stammen. Mir hat es dort extrem gut gefallen.

Nach dem Märchenwald kommt dann wieder eine grosse Alp. Dort befindet sich ein langer Stall. Oberhalb des Stalls hat es ein kleines Häuschen. Es war aber niemand anwesend. Der Vorplatz des Häuschens ist aber ideal für die Mittagsrast. Man findet dort einen Brunnen mit Wasserhahn sowie Tisch und Bank. Die Aussicht

Grandioser Hinterfallenchopf

Nach der Mittagsrast ging es weiter zu Punkt 7. Hier musste ich steil absteigen. Der Vorder Cholwald offerierte aber eine sehr schöne Strecke auf herrlichem Waldboden. Von der Hütte (Mittagsrast) bis hinunter zum Ampferenboden sind es etwa 300 Höhenmeter. Mir war bereits beim hinunterwandern klar, dass ich diese Höhenmeter nochmals hinauf musste. Doch zuerst galt es, den Weg hoch Richtung Hinterfallenchopf zu finden. Die Wanderwegweiser zeigten direkt in das Bachbett des Necker. Ein Teil des Weges führte dann auch durch den Bach. Hier war mir einmal mehr bewusst, warum Barfusslaufen so geil ist. Ich genoss das frische Wasser des Necker.

Anschliessend galt es die zuvor verlorenen Höhenmeter wieder wegzuputzen. Auch dieser Aufstieg war sehr steil. Zum Glück hatte ich einen Schokoriegel mit dabei. Nach einem Drittel des Aufstieges machte ich eine kleine Pause und genoss den Schokoriegel. Es dauerte nicht lang bis mein Körper den Zucker des Riegels zu verwerten begann.

Nach dem Aufstieg folgt eine längere, vertikale Bergstrasse. Die Strasse wird wohl nicht sehr oft befahren. Und es hatte nur wenig lose Schottersteine. Barfüssig war sie sehr gut zu gehen. In der Mitte der Strasse hatte es wunderbares Gras.

Beim Höbscholz (Punkt 10) folgte dann der Abstieg hinunter ins Tal. Der Abstieg war wieder einmal sehr steil, erfolgt aber zu 100% auf Wiesen. Der Abstieg war aber nicht immer sehr gut ausgeschildert. Man muss sich mehrheitlich anhand der Spuren in der Wiese orientieren.

Bei Punkt 12 folgt eine kleine Sieldung. Die Häuser dort werden wohl mehrheitlich als Ferienhäuser genutzt. Die meisten wirkten unbewohnt. Da ich einen extremen Durst verspührte, drang in in den Garten des obersten Hauses ein und füllte meine Wasserflasche an einem Wasserhahn. Das mache ich sonst nicht, Ich achte das Eigentum anderer Leute. Doch der Durst war stärker.

Des Terrain wechselt dann auf Teer. Die Teerstrassen führen den Wanderer bis fast zur Luteren hinunter. Allerdings geht es dann vor dem Bach links ab. Relativ schnell wechselt man wieder auf Wiesenwege. Dort war eine Bäuerin am Güllen. Mich hat erstaunt, dass diese das getan hat. Für die Nacht waren starke Gewitter angesagt. Und gleich daneben lag ein Bach. Die Gülle wird dann einfach von der Wiese in den Bach gespült.

Irgendwann folgt eine Art von Hotel auf der Höhe von Seeben. Ich habe nicht erkannt, was dieses Hotel darstellen soll. Oder war es ein Lagerhaus? Keine Ahnung. Auf alle Fälle hat man dort nichts zum Trinken bekommen. Also bin ich weiter. Der Parkplatz war nahe. Doch der offizielle Wanderweg führt über Schotterstrassen. Ich hatte aber keine Lust dazu. Auch meine Füsse fanden, dass dies heute nicht auch noch sein müsse. Deswegen bin ich entlang der Schwägalpstrasse am Strassenrand zurück zum Ausgangspunkt gelaufen.

Fazit:

Eine tolle Wanderung, welche leistungsmässig einiges abverlangt, barfüssig aber sogar für Anfänger geeignet wäre. Auch die Gegend ist wunderschön und biete eine sehr vielfälltige Natur.

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