Barfuss macht Spass.

012 – Ein Weihnachtsgruss

Ein Weihnachtsgruss an alle Barfüsserinnen und Barfüsser. Es ist Zeit für etwas Sinnlichkeit und ein Blick in die Bibel. Warum werden Engel eigentlich immer barfüssig gezeichnet? Vorschau auf Folge 13: Barfussgehen im Regen. Warum das zu den schönsten Erlebnissen gehört, erfahrt ihr in Folge 13. Wenn Dir dieser Podcast gefallen hat, würde ich mich über […]

Nachfolgend der geschriebene Text zum Podcast. Der Text kann gegenüber dem Podcast durchaus etwas anders daherkommen.

Ich wünsche meinen barfüssigen Leserinnen und Lesern eine frohe und friedliche Weihnachtszeit. Geniesst das Barfussgehen wann immer ihr könnt. Ich persönliche fühle mich dem lieben Gott beim Barfussgehen immer einen Schritt näher. Folgenden Text habe ich im Internet gefunden. Er passt wunderbar zur Weihnachtszeit.

Im Sommer den ganzen Tag barfuss laufen, das war in meiner Kindheit ein heiss begehrtes Vergnügen. Wer ganz früher barfuss ging, gehörte zu den armen Leuten. In einem alten Volkslied klagt ein junger Bursche, der sich in ein armes Mädchen verliebt hat: „Feinsliebchen, du sollst mir nicht barfuss gehen, du zertrittst dir die zarten Füsslein schön.“ Und so erhält das Mädchen als Liebesgabe „ein Paar Schühlein fein“. Wenn Kinder Engel malen oder basteln, dann geben sie sich keine Mühe, ihnen feine, zierliche „Schühlein“ anzuziehen, sie ziehen ihnen einfach keine Schuhe an, sie malen sie barfuss. So hielten es auch die Mönche auf der Insel Reichenau im Bodensee, die in dem in Trier aufbewahrten Egbert Codex aus dem 10.

Jahrhundert kostbare Miniaturen zur Weihnachtsgeschichte gemalt haben. Da steht der Engel Gabriel mit nackten Füssen auf einer Erdscholle vor Maria und kündigt ihr die Geburt eines Sohnes an, der gross sein wird und dem sie den Namen Jesus geben soll. Als die Mönche auf den späteren Bildern Jesus darstellen, wie er die Menschen von ihren Krankheiten heilt, malen sie auch ihn merkwürdigerweise immer barfuss, ebenso seine Jünger. Alle anderen tragen Schuhe. Nur Jesus und seine Jünger gehen mit blossen Füssen wie die Engel. Wollten die Mönche vielleicht mit den nackten Füssen zeigen, dass sie arm sein wollten? Keineswegs! Bibelkenner haben herausgefunden: Wer in der Bibel keine Schuhe trägt ist ein Friedensbote.

Mit der Geburt Jesu, die uns der Engel Gabriel verkündet, beginnt eine neue Zeit der Freude und des Friedens. Polternde Schuhe und dröhnende Stiefel tragen die Soldaten. Sie bringen Krieg, Gewalt und Tod. Die  Friedensboten kommen leis- und leichtfüssig. Ihre nackten Füsse zeigen ihre Verletzlichkeit und ihre Gewaltlosigkeit an. Mit ihren blossen Füssen verheissen sie das Ende jeder Gewalt. Hätten doch alle Missionare, die das Christentum in die Welt getragen haben, verstanden, warum Jesus und seine Jünger barfuss gemalt wurden! Engel gibt es in vielen Religionen. Sie sind unsere Mahner, statt Hass und Gewalt Verzeihen und Versöhnen zu lehren. Lassen wir unsere Kinder Engel malen mit Flügeln und nackten Füssen als Himmelsboten, die Frieden bringen. Auch muslimische Kinder können da mitmalen. Und wir als Erwachsene könnten, indem wir unsere Schuhe ausziehen, selber zu Friedensengeln werden, die es sich grundsätzlich abgewöhnen, andern auf die Füsse zu treten.

Wolfgang Driessen, Katholische Rundfunkarbeit im Bistum Trier