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Ob es eine perfekte Barfusswanderung gibt? Ich weis es nicht. Aber diese Wanderung ist ganz nahe dran und dem Paradies nicht fern. Allerdings braucht man für den Schlussspurt geübte Barfusssohlen. Doch dazu später mehr.

Ab Moutier geht es los

Der Start in Moutier beginnt mit dem unterqueren der Bahngleise. Danach führte mich ein Strässchen bereits die ersten Höhenmeter nach oben. Eine solche Strasse hatte ich bisher noch nie gesehen. Links und rechts der Strasse Kopfsteinpflaster, dazwischen ein Streifen Teer.

Der Weg führt durch eine hübsche Landschaft. Etwa 20 Minuten ist man auf dem Hartbelag unterwegs.

Danach beginnt der Wanderweg.

Nach ein paar Minuten wechselt der Waldweg zu einem Schotterweg. Aber nicht für lange. Der Schotterweg vermoost immer stärker, so dass ich hier problemlos barfuss durchgekommen bin.

Nach wenigen Minuten biegt ein Wanderweg rechts ab. Der Waldweg führt steil nach oben. Hier sammle ich Höhenmeter. Und Barfuss wandert es sich prächtig durch den kühlen Wald.

Nach den wunderbaren Waldwegen komme ich an eine Felsflanke. Diese ist nur über einen Leiterweg zu überwinden. Die Leitern sind perfekt barfusstauglich. Sie führen mich steil nach oben.

Beginnt hier das Paradies?

Danach folgt nochmals etwas Waldweg. Aber nicht für lange. Der Schritt aus dem Wald offenbart mir eine herrliche, sonnige Alp. Sieht so das Paradies aus? Ein genussvoller Wiesenweg führt weiter hinauf. Die Landschaft ist einzigartig. Friedlich.

Ich komme an eine Schotterstrasse. Doch ich habe Glück. ich muss die Strasse nur überqueren und dem Wiesenweg auf der anderen Strassenseite folgen. Meine Barfüsse jubeln.

Unterwegs stelle ich fest, dass man es hier mit den Wanderwegweisern nicht so genau nimmt. Ich muss meine Augen tüchtig offen halten. Auch mein GPS mit der Wanderroute kommt immer wieder zum Einsatz.

Nach den langen Wiesenwegen komme ich wieder in den Wald. Der Waldweg führt nun steil hinunter. Hier rennt mir eine Gams über den Weg. Sie sieht deutlich eleganter aus, wie sie das steile Gelände hinunter hüpft. Ich bin nicht so schnell, komme aber gut voran. Der Waldweg ist anfangs mit Ketten gesichert, an welchen man sich festhalten kann. Hier hat sich wohl jemand mit dem Sicherheitsaspekt ausgetobt. Es wäre nicht zwingend notwendig gewesen.

Nach dem Abstieg im Wald folgt wieder eine lange Alp mit perfekten Wiesenwegen. Erstaunlicherweise begegnet mir die Bergstation eines Skiliftes. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass hier einige schöne Abfahrten möglich sind.

Manchmal quert man ein kleines Waldstück, manchmal geht es über Wiesenwegen weiter. Hier unbedingt das GPS konsultieren. Die wenigen Wanderwegweiser können recht irritieren. Ich habe zuerst dem Wegweiser vertraut und bin falsch gelaufen. ich musste durch hohes Gras querfeldein und dann ein Waldstück hochsteigen.

Nachdem ich wieder auf dem richtigen Weg war, folgte wieder eine schöne Alp. Es ist sehr warm und ich bin froh, das Restaurant Oberdörferberg zu erreichen. Mein Magen knurrt und Durst habe ich auch. Ich gönne mir Älpler-Makaroni und einen kühlen Most. Nach dem Essen geniesse ich einen der Liegestühle und lasse für eine halbe Stunde die Seele baumeln.

Danach geht es weiter auf dem Wiesenweg.

Nach 10 Minuten erreiche ich einen Aussichtspunkt, bei dem man auch bräteln kann. Hier gibt es noch ein kurzes Selfie.

Nun folgt der Abstieg nach Gänsbrunnen. Der Weg führt durch einen Buchenwald. Es hat tausende Buchecken auf dem Boden. Meine Sohlen genossen eine Sonderbehandlung. Dazu kamen Milliarden von Ameisen. Grosse, schöne , rote Waldameisen. Die sind schneller auf meinen Fussrücken als es mir lieb ist. Einige Male zwicken sie mir in die Haut. Dabei gelangt immer eine kleine Menge ihres Giftes in die Haut, welches ein Brennen erzeugt. Gefährlich ist das aber nicht.

Der Abstieg fordert mir alles ab. Gegen Ende kommt dann noch unangenehmer Juraschotter dazu. Diese Stellen konnte ich nur langsam gehen. Doch mein Kopf liess es heute nicht zu, dass ich mir Schuhe anziehe. Als ich auf dem Bahnhof Gänsbrunnen ankomme, spüre ich meine Fusssohlen deutlich. Da werden wohl noch einige Stacheln der Buchecken drinnen stecken.
Meine Füsse waren schmutzig und die vielen Kinder, welche auf der Schulreise waren und auch auf den Zug warteten sahen erstaunt auf meine Füsse.

Diese Wanderung bietet so ziemlich alle Untergründe, welche man sich wünschen kann. Erst gegen Ende wird es etwas schwierig. Aber über das Ganze gesehen habe ich eine der bisher besten Barfusswanderungen erlebt.

PS: Ab Gänsbrunnen fahren die Züge nur stündlich.

volle Distanz: 12.8 km
Maximale Höhe: 1292 m
Minimale Höhe: 525 m
Gesamtanstieg: 938 m
Gesamtabstieg: -740 m
Download
Moutier - Gänsbrunnen
9.1 Bewertung
Barfussfeeling9.5
Schotterfreie Wege9
Abwechslungsreiche Untergründe10
Kindergerecht7
Lust auf mehr10
Fazit
Eine tolle Barfusswanderung, welche zu 97% über natürliche Böden verläuft. Die Wanderung braucht aber gute Fitness. Kinder sollten bereits etwas älter sein.