Barfuss macht Spass.

Covid-19 Update:6.4.2020

Darf ich wegen Covid-19 noch barfusslaufen?

Während der aktuellen COVID-19 – Krise barfuss unterwegs zu sein, birgt vermutlich kein hohes Risiko, sich das Coronavirus einzufangen oder selber zu verbreiten. Wer jedoch Schuhe an den Füssen hat, muss damit rechnen, dass er Viren deutlich länger durch die Gegend trägt und sich damit selber ansteckt.

Die Welt erlebt derzeit eine COVID-19-Pandemie

Bis heute sind in dieser Pandemie weltweit über eine 1,2 Millionen Menschen angesteckt worden. Es gab bereits zehntausende Todesfälle.

Die Schweiz und viele andere Länder befinden sich im Ausnahmezustand.

Wissenschaftler und medizinische Behörden haben eine Fülle von Informationen darüber bereitgestellt, wie diese Krankheit verbreitet wird und welche Massnahmen die Menschen ergreifen müssen, um ihre Ausbreitung zu verhindern. Leider gibt es viele Missverständnisse und Verwirrungen. Sogar unter den Spezialisten selber bestehen unterschiedliche Ansichten und Aussagen.

Zum Thema Covid-19 und dem Barfussgehen liegen keine eindeutigen Erkenntnisse vor. Einzig im Video eines Arztes welcher die Mitarbeiter eines Spitals instruiert, wird eine Aussage gemacht. Ab Minute 35:54

Darum: Schuhe tragen ist gefährlicher als barfuss zu sein

Ich hoffe, hier einige nützliche Informationen zu liefern und das Thema Barfussgehen und Coronavirus in eine vernünftige Perspektive zu rücken. Diese Informationen sind nicht nur für diejenigen hilfreich, die sich dafür entschieden haben, barfuss zu leben, sondern auch für alle jene, die gerade jetzt wo es wärmer wird, gerne mal barfuss unterwegs sein möchten.

Coronaviren gibt es schon seit vielen Jahren

Zunächst ein paar Informationen zu Coronaviren im Allgemeinen. Coronaviren sind eine bestimmte Gruppe von Viren, die Menschen und Tiere infizieren können. Ihr Name stammt von den kronenartigen Stacheln auf ihrer Oberfläche.

Diese Viren können eine Erkältung oder eine schwerwiegendere Krankheit verursachen, einschliesslich der Atemerkrankungen MERS, des schweren akuten respiratorischen Syndroms (SARS) und der neuartigen (neuen) Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19).

COVID-19 wird durch das Virus verursacht, welches speziell als SARS-CoV-2 bezeichnet wurde. Es trat erstmals Ende 2019 in Wuhan, China, auf. Die Symptome treten normalerweise innerhalb von 2 bis 14 Tagen nach der Exposition auf und können Fieber, Husten und Atemnot umfassen.

Viele Menschen haben nach einer Ansteckung keinerlei Symptome, andere haben nur leichte Ausprägungen. Dann gibt es auch Fälle, welche an eine starke Grippe erinnern. 

Für ältere Menschen (25%) und solche Menschen mit Vorerkrankungen (Diabetes, Bluthochdruck) kann es jedoch zu sehr starken Ausprägungen kommen (Lungenentzündungen), so dass auch künstliche Beatmungen notwendig sein kann. Da ältere Menschen oftmals auch ein schwächeres oder geschwächtes Immunsystem haben, kommt es leider auch zu Todesfällen.

Derzeit ist kein Heilmittel oder Impfstoff verfügbar.

Das Coronavirus wird hauptsächlich durch engen Kontakt von Person zu Person verbreitet (Tröpfchenübertragung)

Laut WHO wird das Virus hauptsächlich durch Atemtröpfchen in der Luft verbreitet, die von einer infizierten Person erzeugt werden (husten, niesen oder sprechen). Befinden sich dabei andere Personen sehr nahe bei der hustenden oder sprechenden Person, können diese Tröpfchen durch die eigenen Schleimhäute (Mund, Nase, Augen) aufgenommen werden und bis in die Lunge dringen. Die Ansteckungsgefahr bei nahem Kontakt ist extrem hoch. Dieses Virus ist hochansteckend!

Eine weitere Übertragungsart, ist die Schmierinfektion, welche über die Hände erfolgt

Die WHO schreibt dazu:

«Es ist möglich, dass eine Person mit dem COVID-19 angesteckt wird, indem die Person mit der Hand eine Oberfläche oder einen Gegenstand berührt, auf dem sich das Virus befindet, und dann mit der Hand ins eigene Gesicht greift und dabei mit den Schleimhäuten in Berührung kommt. Es wird aber nicht angenommen, dass dies der Hauptweg ist, auf dem sich das Virus verbreitet. Dennoch wird angeraten, die Hände immer mit Seife zu waschen und/oder mit geeigneten, alkoholhaltigen Desinfektionsmitteln zu desinfizieren.»

Die Lebensfähigkeit des COVID-19 ausserhalb des Körpers variiert je nach Oberfläche

Eine kürzlich durchgeführte Studie (17. März 2020 im New England Journal of Medicine veröffentlicht) stellt fest, wie lange das neuartige Coronavirus (SARS-CoV-2) auf verschiedenen Oberflächen oder in verschiedenen Umgebungen überleben kann.

Die Studie ergab, dass die Stabilität des neuen Coronavirus (SARS-CoV-2) unter den getesteten experimentellen Umständen ähnlich der von SARS-CoV-1 war.

Die Ergebnisse der Studie, wie lange das neuartige Coronavirus lebensfähig und infektiös bleiben kann, waren wie folgt:

  • Edelstahl – 3 Tage
  • Kunststoff – 3 Tage
  • Karton – 24 Stunden
  • Kupfer – 4 Stunden
  • Aerosol (Luft) – 3 Stunden

Die Härte oder Porösität der Oberfläche scheint dabei einen grossen Einfluss zu haben, wie lange das Coronavirus darauf überleben kann.

Hier ist offensichtlich, dass das Coronavirus im Allgemeinen umso länger auf der Oberfläche überleben kann, je härter oder nicht poröser die Oberfläche ist. Man könnte die obigen Studienergebnisse extrapolieren, um darauf hinzuweisen, dass die meisten nicht porösen Oberflächen eine längere Infektionsperiode für ein Coronavirus ermöglichen würden, als eine poröse Oberfläche.

Hier sind einige andere Beispiele für nicht poröse Oberflächen

  • Türgriff
  • Plastik
  • gegerbtes Leder
  • Münzen
  • Schlüssel
  • Wasserhahn

Hier sind einige andere Beispiele für poröse Oberflächen

  • Keramik
  • Karton
  • Stoff (Kleidung)
  • Papier
  • Haut
  • Schwamm

Kupfer ist das einzige nicht poröse Material, auf welchem die Viren ebenfalls nicht lange überleben. Der Grund dafür ist, dass Kupfer eine anti-mikrobe Eigenschaften aufweist, welches bereits in der Antike bekannt war. Und das trägt dazu bei, dass das Virus auf Kupfer relativ schnell abgetötet wird.

Diese Tests wurden jedoch unter Laborbedingungen mit sehr vielen Viren und mit für Viren optimalen Bedingungen durchgeführt. Im  realen Leben wird man selten Oberflächen berühren, welche derart hochgradig kontaminiert sind.

Höhere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit begrenzen auch die Lebensdauer von Coronaviren

Zwei weitere wichtige Faktoren (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), beeinflussen ebenfalls die Zeitdauer, in der Coronaviren lebensfähig und infektiös sind. Es wurde festgestellt, dass höhere Temperaturen und höhere Luftfeuchtigkeit die Zeitspanne verkürzen, in der Coronaviren ausserhalb des Körpers überleben können. Eine Reihe von Studien haben dies bestätigt.

Eine solche Studie, «Die Auswirkungen von Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit auf die Lebensfähigkeit des SARS-Coronavirus», wurde 2014 in Advances in Virology veröffentlicht.

Aus der Studie:

In dieser Studie haben wir gezeigt, dass hohe Temperaturen bei hoher relativer Luftfeuchtigkeit einen synergistischen Effekt auf die Inaktivierung der Lebensfähigkeit von «SARS CoV» haben, während niedrigere Temperaturen und niedrige Luftfeuchtigkeit das Überleben des Virus auf kontaminierten Oberflächen verlängern.

Es wurde festgestellt, dass Viren, die dem neuen Coronavirus sehr ähnlich sind, auf menschlicher Haut etwa eine Stunde oder weniger überleben können.

Es wurden noch weitere, ähnliche Viren getestet, darunter CoV 229E , Influenza A (H1N1 und H3N2) , RSV und andere.

Diese getesteten Viren ähneln in vielen wichtigen Aspekten dem neuartigen Coronavirus, welches bisher noch nicht getestet wurde. Alle getesteten Viren infizieren die Atemwege, dh. sie wirken sich auf die Lunge aus und verursachen Grippe oder grippeähnliche Zustände. Alle Viren sind hochansteckend.

Die bedeutendste Ähnlichkeit besteht darin, dass sie wie alle Coronaviren «umhüllt» sind. Das bedeutet, sie haben aussen eine Lipiddoppelschicht (Fettdoppelschicht). Im Gegensatz zu «nicht umhüllten» Viren sind sie durch diese Lipiddoppelschicht wesentlich anfälliger für äussere Umweltbedingungen.

Die Lipiddoppelschicht ist der Grund, warum das Waschen mit Seife so effektiv ist und durch Fachleute propagiert wird. Die Seife löst diese Schutzschicht auf, so dass die Wirkung des Virus ausgeschaltet wird.

Die jüngste Studie, welche noch nicht offiziell veröffentlicht wurde, wurde von Dr. Sayed Sattar, emeritierter Professor für Mikrobiologie an der medizinischen Fakultät der Universität von Ottawa, geschrieben. Dr. Sattar und sein Forschungsteam untersuchten das Coronavirus CoV 229E, eines jener Viren, welches Erkältungen verursachen.

Auch er schreibt, dass die Viren auf menschlicher Haut nur bis zu einer Stunde überlebensfähig bleiben. 

In einer anderen Studie, die 2014 als «Überleben des Influenzavirus an menschlichen Fingern» in Clinical Microbiology and Infection veröffentlicht wurde, stellten die Forscher fest, dass die getesteten Influenzaviren auf menschlicher Haut (Fingern) nur bis zu 30 Minuten infektiös blieben.

Eine ältere Studie, «Mögliche Übertragung des respiratorischen Syncytial-Virus durch Fomiten», die 1980 im Journal of Infectious Diseases veröffentlicht wurde, fand ähnliche Ergebnisse. Die getesteten RSV-Viren blieben nur bis zu 25 Minuten an den Händen infektiös.

Nackte Haut scheint der am wenigsten gastfreundliche Ort zu sein, an dem das Coronavirus lebensfähig bleibt

Obwohl die Überlebensdauer des neuartigen Coronavirus selbst nicht speziell an menschlicher Haut getestet wurde, deuten alle verfügbaren Beweise stark darauf hin, dass nackte Haut wahrscheinlich die am wenigsten gastfreundliche Oberfläche ist, mit der ein Coronavirus in Kontakt kommen kann.

Die menschliche Haut erfüllt mehrere (positive) Kriterien. Sie ist sehr warm, feucht, weich und porös.

Das Coronavirus ist respiratorisch und kann nicht durch die Haut in den Körper eindringen

Obwohl die Haut tatsächlich porös ist, können Coronaviren wie andere Mikroben und Krankheitserreger auch, nicht in die Haut eindringen und direkt vom Körper aufgenommen werden. Das Virus ist zudem ein Atemwegsvirus, dessen Hauptinfektionsart darin besteht, eingeatmet zu werden, nachdem eine bereits infizierte Person in der Nähe niest, hustet oder ausatmet.

Eine Infektion kann auch durch eine kontaminierte Hand oder ein anderes Körperteil auftreten, auf dem sich lebensfähige Coronavirus befinden, indem es zu einem direkten Kontakt mit dem Gesicht, insbesondere der Nase oder dem Mund kommt und dadurch den Weg in die Atemwege und die Lunge findet.

Waschen, waschen, waschen

Wenn Du die Haut – zum Beispiel die Hände – mit Wasser und Seife wäschst oder ein Desinfektionsmittel mit mindestens 60% Alkohol verwendest, werden Coronaviren sofort abgetötet. Darum: Berührt man mit den Händen Oberflächen oder andere Menschen, ist sehr gutes Händewaschen Pflicht! Aber auch eine sehr gute Fusspflege ist besonders wichtig. Auch hier sollte man nach einem Spaziergang die Füsse gründlich mit Wasser und Seife waschen.

Beachte, dass einige verkaufte Händedesinfektionsmittel «alkoholfrei» sind. Diese sind bei weitem nicht so wirksam wie Desinfektionsmittel auf Alkohol- oder Ethanolbasis.

Nackte Füsse verbreiten das Coronavirus wahrscheinlich nicht gross, da sie nur den Boden berühren

Nackte Fusssohlen berühren im Gegensatz zu Händen überhaupt nichts ausser dem Boden, auf dem man läuft. Man greift sich mit den Zehen auch nicht unbewusst in das eigene Gesicht. Ausser man ist vielleicht ein Gummimensch mit hohen, akrobatischen Fähigkeiten.

Man muss auch beachten, dass beim Gehen an den Fusssohlen Hautabrieb erzeugt wird. Viren werden beim Gehen wohl zum Teil auch wieder abgerieben, sollte man einmal in einem «Virenherd» gestanden haben.

Wer auf einem hochgradig kontaminierten Boden steht, sich dann mit den Fingern an den Füssen kratzt und danach mit den Fingern auch noch in das Auge oder in den Mund greift, könnte sich vielleicht schon anstecken.

Covid-19-Viren haben keine Beine

Wenn man Viren an den Füssen «kleben» hat und diese nicht durch das eigene Zutun von den Füssen zu den Schleimhäuten im Gesicht transportiert, muss man auch keine Angst haben. Viren haben kein Eigenleben. Und sie haben auch keine Füsse. Auch Robben, kriechen oder selbständig zu einem Ziel fliegen, können sie nicht. Sie können also nicht selbständig von den Füssen hoch in die Lunge wandern. Viren bleiben genau dort, wo die Tröpfchen hinfallen. Ausnahme sind die Schleimhäute. Dort können sich Viren explosionsartig vermehren und ausbreiten.

Aus dem Video oben: Viren an Füssen und Unterschenkeln…

Ich komme nochmals zum ersten Video dieses Beitrages zurück. Dort sagt der Arzt, dass auf den Schuhen (in unserem fall Füsse) und an den Unterschenkeln Viren nachgewiesen wurden. Das kann durchaus vorkommen, wenn man vor einer hustenden oder niesenden Person steht. Sogar wenn man genügend Abstand hat.

Ein Beispiel aus dem Alltag mit wenig Abstand

Ich gehe einkaufen. Wenn ich barfuss im Einkaufsladen bin und eine etwa einen Meter entfernt stehende, infizierte Person hustet oder niest oder spricht, können durchaus verseuchte Tröpfchen auf meine nackten Füsse fallen. Diese fliegen ja 1,5 Meter weit. Meine Füsse wären mit Viren kontaminiert. Natürlich wären auch das T-Shirt, die Hosen, die Jacke und auch die Hände kontaminiert. Die Viren konzentrieren sich ja nicht nur auf meine nackten Füsse. Einfach gesagt: mein ganzer Körper wäre kontaminiert.

Habe ich in besagtem Moment  keinen dicht anliegenden, professionellen Mundschutz inklusive Schutzbrille auf dem Gesicht, kriege ich die ganze Ladung natürlich auch noch direkt auf meine Schleimhäute «geworfen». Meine Beine, Schuhe oder Hosen werden dann eher das kleinere Problem sein.

Das bedeutet: wenn mich jemand in der Nähe anhustet und ich meine Schleimhäute nicht geschützt habe, sind meine Beine zwar kontaminiert, meine Schleimhäute hätten die Viren aber wohl bereits genüsslich aufgenommen. Darum: Abstand halten!

Beispiel mit genügend Abstand

Man sollte immer mindestens 2 Meter Abstand von anderen Menschen haben, da die Tröpfchen maximal 1,5 Meter weit fliegen. Mit genügend Abstand sind mindestens die Schleimhäute und wohl auch der Oberkörper einigermassen sicher. Da die Füsse natürlich nicht oben am Kopf sind, sondern unten auf dem Boden stehen, können sich bei diesem Niesen dennoch einzelne Tröpfchen auf meinen Fussrücken oder an die Beine/Hosen verirren. Wenn ich mich dann auf dem Fussrücken kratze (was ich unterwegs eher selten mache) und ich anschliessend unbewusst auch noch mit dem selben Finger mein Auge reibe, könnte eine Ansteckung wohl auch so möglich sein.

Ich gehe aber davon aus, dass es bei gebührendem 2 Meter-Abstand zu wenig Tröpfchen sind, welche meinen Fussrücken oder die Hosen erreichen werden, damit es für einen Ansteckung reicht. Ich habe mal gehört, dass es immer eine gewisse Virenmenge braucht, damit man sich wirklich anstecken kann. Ein einzelnes Virus alleine reicht nicht aus.

Fusssohlen brauchen wohl mehr Beachtung

Beim Barfussgehen muss man sich wohl eher mit jenen Dingen auseinandersetzen, welche auf dem Boden rumliegen. Da kann bei all dem «Geschneuze» und »Gehuste» wohl einiges zusammenkommen. Wenn jemand im Laden niest und ich dann durch seine Tröpfchen, welche auf dem Boden liegen, gehe, sind meine Fusssohlen unweigerlich kontaminiert. Spätestens wenn ich den Laden verlasse und ich nach Hause laufe, wird durch die Reibung an den Fusssohlen wohl ein Teil der Viren wieder wegputzen. Und jene welche übrig bleiben werden Zuhause, genauso wie die Hände, sauber mit Seife abgewaschen.

Wer wie ich aktuell immer einen Desinfektionsspray dabei hat, kann sich nach dem Besuch eines Geschäftes nebst den Händen ja auch kurz die Beine und Füsse desinfizieren. Klar, das braucht etwas mehr Spray oder Gel – doch das ist sicher gut investiertes Geld.

Ach ja – und wie oben auch schon angesprochen – Haut ist eine poröse, warme Oberfläche. Nach spätestens 60 Minuten ohne waschen sterben die Viren von alleine ab.

Schuhe sind Covid-19 Virenschleudern

Schuhe kommen mit den gleichen Oberflächen in Kontakt wie unsere nackten Füsse. Sie bestehen jedoch aus verschiedenen Materialien, die grösstenteils nicht porös sind, wodurch mögliche Coronaviren, die auf sie gelangen, für einen relativ langen Zeitraum – sogar einige Tage – verbleiben und gedeihen können.

Aus Gummi hergestellte Sohlen, die beispielsweise porenfrei sind, können bis zu 3 Tage lang infektiöse Viren enthalten. Andere Materialien, aus denen viele Schuhe hergestellt sind, wie gegerbtes und wasserfestes Leder, PVC-Verbindungen und verschiedene Kunststoffmaterialien, sind ähnlich problematisch.

Mehrere wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass sich verschiedene Bakterien und andere Krankheitserreger an Schuhen, insbesondere an den Sohlen von Schuhen, festsetzen und über längere Zeiträume auf diesen verbleiben können.

Die bekannteste und am häufigsten zitierte Studie wurde 2008 von Dr. Charles Gerba, Mikrobiologe und Professor an der Universität von Arizona, durchgeführt. Er und sein Forschungsteam testeten neue Schuhe, welche 10 Teilnehmer 2 Wochen lang tragen mussten. Sie fanden an den Schuhen eine grosse Anzahl von Bakterien sowohl an den Sohlen als auch an der Innenseite der Schuhe. Durchschnittlich 421.000 Bakterieneinheiten an der Aussenseite des Schuhs und 2.887 an der Innenseite. Natürlich – Bakterien sind keine Viren. Schon klar.

Eine weitere neuere Studie von Ravel (Schuhunternehmen) aus dem Jahr 2019 in Grossbritannien ergab ähnliche Ergebnisse.

Schuhe werden nie gewaschen

Ein weiterer interessanter Teil von Dr. Gerbas Studie war, dass die Schuhe nach dem Tragen und den Tests gewaschen wurden. Die Wissenschaftler wuschen die Schuhe in einer Standardwaschmaschine unter den vom Hersteller vorgeschlagenen Bedingungen, darunter kaltes Wasser und normales Reinigungsmittel. Nach dem Waschen stellten sie fest, dass die Bakterien auf den Schuhen aussen um 99% und innen um 90% reduziert waren.

In der realen Welt werden Schuhe jedoch fast nie gewaschen. So werden diese ungewaschenen Schuhe mit blossen Händen, beim täglichen oder häufiger anziehen und ausziehen, berührt. Die Hände sind dann kontaminiert. Schuhe sind also eine viel grössere Virenfalle als es nackte, gepflegte und saubere Füsse sind. Denn nackte Füsse werden im Gegensatz zu Schuhen regelmässig gewaschen.

Vorteil nackter Füsse

Nackte Füsse werden normalerweise nicht mit den Händen berührt. Man muss sich die Füsse auch nicht anziehen. Auch Schnürsenkel müssen nicht gebunden werden. Der Kontakt zwischen Fuss und Hand entfällt in der Regel. Eine mögliche Kontamination der Hände ist dadurch nicht vorhanden.

Aber auch der Zeitfaktor spielt einer Rolle. Auf der Haut stirbt das Virus nach maximal 60 Minuten ab. Auf den Schuhen kann es 3 Tage voll Einsatzfähig vorhanden sein. Viel Spass, beim Schuhe anziehen…

Am wichtigsten: Hände müssen sauber sein

Ein griff an eine öffentliche Türfalle, und schon hat man die Viren an der Hand. Die Chance, dass man sich dann mit den Viren an den Fingern unbewusst in das Gesicht greift, ist durchaus vorhanden. Denn der Mensch greift sich jede Minute unbewusst mehrmals ins Gesicht. Hände waschen oder desinfizieren ist darum wichtig, wenn man irgendwo Dinge berührt, welche viele andere Menschen auch berührt haben (Türfallen, Lichtschalter, Einkaufswagen etc.).

Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Meinungen. Ein Virologe aus Deutschland ist anhand eigener Forschungen der Ansicht, dass Schmierinfektion nicht so gefährlich wären, als allgemein angenommen. Ganz am Ende dieser Diskussion bei «ZDF heute (Lanz)» erklärt er seine Sichtweise. Ab Minute 18:13.

Was die Virenlast von Oberflächen und eine mögliche Ansteckung durch Schmierinfektion betrifft, braucht es endlich klare und gesicherte Aussagen der WHO.

Barfuss ist sicher

Barfuss gehen scheint mir sicher zu sein. Auf alle Fälle deutlich risikoloser, als mit Schuhen unterwegs zu sein.

Doch Stop!

Gab es da nicht auch mal die Frage, ob man das Virus aufgrund kleiner Verletzungen an den Füssen aufnehmen kann. Kleine Verletzungen mit kleinen Wunden bemerkt man als Barfussgeher ja nicht in jedem Fall. Zum Beispiel wenn sich ein kleiner Glassplitter unbemerkt in die Sohle bohrt. Was geschieht dann? Könnte das Virus so ins Blut gelangen?

Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich keine gesicherten Informationen dazu gefunden habe. In dieser Pandemie sind die Barfussgeher wohl die Letzten, an welche man denken wird. Darum versuche ich aus vorhandenen, wenigen Informationen eine Aussage zu machen:

Da es sich bei Covid-19 um eine Tröpfcheninfektion handelt gehe ich davon aus, dass man wegen kleiner Verletzungen nicht über das Blut angesteckt wird

Beim Blutspenden wurden bei einer Testgruppe von 31 Covid-19-Betroffenen keine Viren im Blut gefunden. Es gibt bislang auch keine Berichte, von durch Bluttransfusion ausgelösten Infektionen mit SARS-CoV-2, auch nicht mit SARS-und MERS-Coronavirus. Auch bei anderen Erregern respiratorischer Infektionen, insbesondere Influenza, gibt es keine Hinweise auf Infektionen durch eine Bluttransfusion oder blutenden Verletzung.

Somit schätze ich das Risiko einer Infektion mit SARS-CoV-2 durch Verletzungen von nicht-virusinaktivierten Blutkomponenten als sehr gering ein. Zu dieser Einschätzung kommt übrigens auch das European Center for Disease Prevention and Control (ECDC) in seinem aktuellen „Risk Assessment“ betreffend Bluttransfusion.

Die Öffentlichkeit weiss wenig bis gar nichts darüber, wie sich das Coronavirus tatsächlich verbreitet

Gewisse Unsicherheiten treten darum auf, weil die meisten Menschen das Virus nicht vollständig verstehen, die Informationen der Spezialisten nicht verstehen oder von den unterschiedlichen Informationen vieler Spezialisten oder Möchtegern-Spezialisten (wie ich einer bin) verwirrt sind. Derzeit gibt es eine Vielzahl von Informationen über das Coronavirus und COVID-19 sowohl im Internet als auch in den populären Nachrichtenmedien.

Eine Information ist jedoch wirklich Zentral und wichtig und richtig:

«Gehen Sie nicht in die Nähe anderer Menschen und waschen Sie Ihre Hände häufig.»

Dennoch – viele Menschen sind verunsichert. Solche Unsicherheiten lassen irrationale Ängste in ihren eigenen Gedanken heraufbeschwören, welche eigentlich nicht gerechtfertigt sind.

Sie denken möglicherweise: «Wenn Hände häufig gewaschen werden müssen um die Ausbreitung des Virus zu stoppen, sind nackte Füsse, die schmutzig und nicht gewaschen sind, wahrscheinlich noch schlimmer beim Verbreiten von Viren».

Natürlich ist ein solches Denken irrational und völlig falsch. Aber wie gehst Du mit solchen Überlegungen um, wenn Dich jemand tatsächlich konfrontiert und behauptet, dass wegen deiner nackten Füsse das Coronavirus unnötig weiterverbreitet wird?

Lasse Dich nicht von den unbegründeten Ängsten anderer einschüchtern

Hier einige Vorschläge für den Fall, dass Du unterwegs auf solche Aussagen stösst:

Nehmen wir an, jemand sagt: «Sie müssen Schuhe tragen, weil Ihre nackten Füsse das Coronavirus verbreiten werden».

Einige mögliche Antworten:

«Mit den Händen kann das Virus übertragen werden, weil die Hände alles berühren, zum Beispiel auch seine Schleimhäute im Gesicht. Die Füsse berühren nichts anders als den Boden.»

«Wenn Sie glauben, dass nackte Füsse das Virus verbreiten werden, was werden Schuhe Ihrer Meinung nach tun? Schuhe und Füsse berühren beide die gleichen Oberflächen. Aber Schuhe sind tatsächlich schlimmer, weil sie im Gegensatz zu meinen Füssen kaum gewaschen werden. oOer wann haben Sie ihre Schuhe zum letzten mal gewaschen? Ich habe meine Füsse vor einer Stunde gewaschen…»

«Viren wie das Coronavirus überleben auf nackter Haut nicht länger als 60 Minuten. Wissenschaftliche Studien haben das bewiesen. Sie leben aber tagelang auf Ihren Schuhen. Meine Füsse sind sicherer als die Schuhe, welche sie an ihren Füssen haben.»

Darf ich also noch Barfusslaufen?

Natürlich darf man das noch machen. Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun.

Draussen in der Natur ist es eh kein Problem. Auch auf dem Gehweg und der Strasse ist die Virenlast, falls überhaupt, wohl sehr gering. Das Desinfizieren von Strassen, welches man im TV gesehen hat, sind wohl ein Blödsinn.

In einem Einkaufsladen jedoch kann das Virenaufkommen auf dem Boden sicher etwas grösser sein. Wende hier die Hygieneregeln auch für die Füsse an, sobald Du Zuhause bist. Alternativ desinfiziere unterwegs nicht nur Deine Hände, sondern nach Bedarf auch Deine Füsse.

Darf ich noch barfuss einkaufen gehen?

Grundsätzlich ist das kein Problem, solange man auch hier die notwendigen Hygienevorschriften einhält. Allerdings könnte es in der aktuell angespannten Situation zu Diskussionen mit anderen Menschen kommen, welche nicht gut oder falsch informiert sind.

Grundsätzlich würde ich solchen Diskussionen aus dem Weg gehen und diese Menschen nicht beachten, sondern einfach weitergehen.

Man könnte natürlich für den Moment ausnahmsweise Schuhe anziehen, um Einkaufen zu gehen, damit solche Diskussionen erst gar nicht aufkommen. Damit tut man anderen, verängstigten Menschen vielleicht sogar einen Gefallen.

Beachte aber dabei den Umgang mit den vielleicht verseuchten Schuhe. Denn als Barfüsser hast Du vielleicht keine grossen Erfahrungen mit Schuhen mehr… Wasche die Schuhe immer regelmässig und desinfiziere nach dem An-/Ausziehen der Schuhe immer Deine Hände mit Seife/Wasser oder Desinfektionsmittel.

Allgemeine Informationen zum Virus entnehme bitte der Homepage des BAG