Barfuss macht Spass.
Kaum auf dem Spielplatz angekommen, wollen sich Kinder die Schuhe und Socken ausziehen.

Barfuss tut Kindern gut. Und das ist ganz normal. Kinder wollen barfuss gehen. Doch viele Eltern versuchen ihre Kinder an Schuhe zu gewöhnen. Sie haben Angst das sich ihr Kind verletzen könnte. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wenn Eltern das barfuss Gehen nicht erlauben, machen sie sich verantwortlich für künftige Fussschäden ihrer Kinder.

Medizinische Studien zeigen, dass 60 % der Erwachsenen Fussschäden haben.

Die meisten Kinder kommen mit gesunden Füssen zur Welt. Durch den gut gemeinten, aber leider falsch interpretierten Zwang Kindern Schuhe anziehen zu müssen, entwickeln sich vielfach Fussfehlstellungen. Kinderfüssen müssen sich aber ungehindert entwickeln können.

Falsche Schuhe

Schuhe entsprechen oft nicht der natürlichen Form eines Fusses. Mehr als die Hälfte der Kinder trägt zu kleine Schuhe. Viele Kinder gehen in Schuhen herum, die nicht passen. Das ergeben Reihenmessungen in regelmässigen Abständen. Mehr als die Hälfte der Kinder ist in zu kurzen Schuhen unterwegs. Messungen ergaben, dass in der Schweiz sogar zwei Drittel (rund 66%) der Kinder zu kurze Schuhe tragen. Die Messungen wurden bisher an 4’200 Kindern in der Schweiz, !osterreich, Deutschland und Liechtenstein vorgenommen.

Es wurde weiter festgestellt, dass 28% der Schuhe zu gross waren. Nur gerade 6% der Schuhe passten genau.

Falsche Schuhgrössen

Kinder bis zu 14 Jahren können die Passform eines Schuhs nicht richtig beurteilen. Sie sagen schnell einmal, dass die Schuhe passen. Wir haben nach wie vor die Situation, dass rund 90% der Kinderschuhe falsch gekennzeichnet sind. Einheitliche Normen für Schuhgrössen fehlen. Man weis also nie, welche Grösse man wirklich kauft. Es gab Kinder, die wegen zu kurzer Schuhe blaue Zehennägel hatten und trotzdem sagten, dass der Schuh passt.

Zu kurze, aber auch zu grosse Schuhe schaden dem weichen Kinderfuss. Sie können zu Druck- und Scheuerstellen führen, weil der Fuss hin und her rutscht. Oder die Kinder krallen bei jedem Schritt, was ermüdet und auf lange Sicht zu Problemen führen kann. Werden die Zehen ständig gestaucht, verändere sich die Zehenstellung, was zum Beispiel zu Gelenkentzündungen führen kann.

Kinderfüsse

Kinderfüsse wachsen schnell. Im Alter von drei bis sechs Jahren legen sie im Schnitt einen Millimeter pro Monat zu. Es kann sein, dass ein paar Wochen lang gar nichts passiert und der Fuss dann plötzlich einen Schub macht.

Kinderfüße wachsen schnell. Im Alter von drei bis sechs Jahren legen sie im Schnitt einen Millimeter pro Monat zu. „Es kann sein, dass ein paar Wochen lang gar nichts passiert und der Fuß dann plötzlich einen Schub macht“, erklärt Müller. Er rät, die Fußlängen mindestens alle sechs Monate, im Kleinkindalter besser alle drei Monate zu messen – und die Schuhe zu überprüfen.

Barfuss gehen fördern

Kinder sollten möglichst oft barfuss gehen. Forscher der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich klebten fünf- bis siebenjährigen Kindern Sensoren an die Füsse und untersuchten ihren Gang in Schuhen und barfuss. Unter anderem zeigte sich, dass sich Füsse in Schuhen um mindestens 30% weniger beugen. Bereits im Kindesalter verkümmern wichtige Fussmuskeln. Es entstehen Senk-, Spreiz- oder Plattfüsse.

Besonders schädlich sind Schuhabsätze. Dadurch entwickelt sich die Wirbelsäule falsch. Es gibt sehr viele Erwachsene mit krummen Wirbelsäulen. Darum klagen auch sehr viele Erwachsene über Rückenschmerzen.

Die Abhilfe gegen künftige Fuss- und Rückenprobleme ist kostenlos zu haben. Man sollte den Kindern sehr regelmässiges barfuss Gehen erlauben und auch ermöglichen! Und wenn man es wirklich richtig machen möchte, lebt man das barfüssige Gehen vor und zeigt dem Kind, was richtig ist.

Bei Naturvölkern existieren erworbene Fussschäden praktisch nicht. Kein Wunder, denn sie tragen ja auch keine Schuhe. Füsse die so aufwachsen sind auch viel kräftiger und widerstandsfähiger.

Schuhe und Auswirkungen
Schiefstellung der Zehen

Durch die Stauchung  und die Pferchung der Zehen bei zu kurzen- und zu engen Schuhen verändert sich die Zehenstellung. Die Folgen: Schmerzhafte Gelenksentzündungen und krankhafte Gelenksveränderungen (z.B. Hallux valgus: Schiefstellung der Grosszehe).

Muskulatur

Wenn die Zehen im Schuh verschoben werden, ändert sich auch die natürliche Zugrichtung der Muskulatur. Die Folgen: Muskel- und Sehnenschmerzen, Entzündungen und Verkürzungen der Fussmuskulatur.

Gefässsystem

Zu kleine Schuhe und erzwungene Stellungsveränderungen der Gelenke und Muskulatur begünstigen Durchblutungsstörungen. Die Folgen: Kälte- und Taubheitsgefühl, Venenleiden (z.B. Krampfadern).

Gesamter Organismus

Wenn unsere Basis (die Füse) beeinträchtigt ist, wirkt sich das auf den ganzen Körper aus. Die Veränderung der Körperstatik kann Knie-, Hüft- und Rückenbeschwerden auslösen.
Auch das Herz-Kreislaufsystem kann indirekt darunter leiden: Zahlreiche sportliche Tätigkeiten setzen nämlich ein problemloses «Funktionieren» der Füsse voraus. Bewegungsmangelerkrankungen werden so begünstigt (z.B. verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, Bluthochdruck).

Auch Erwachsene die regelmässig barfuss gehen, haben nur Vorteile