Barfuss macht Spass.

Am letzten Wochenende habe ich hunderte, nein tausende Barfüssler gesehen. Ist ein neues Zeitalter der Vernunft angebrochen? Nein, leider nicht. Denn am Eidgenössischen Turnfest wird zwar oftmals barfuss geturnt, aber nach der Vorführung werden sofort wieder die Turnschuhe angezogen. Barfuss turnen ja, barfuss leben nein.

Meine Hoffnung dort viele Barfüsser neben den Sportbereichen zu sehen, ist somit wie ein Kartenhaus in sich zusammengebrochen. Nur ganz wenige Sportler*Innen sah ich ausserhalb der Sportübungen ohne Schuhe umhergehen. Aber das waren wirklich verschwinden wenige Menschen.

Warum wird eigentlich barfuss geturnt? Ich kann es mir damit erklären, dass man sich beim Turnen wohler und freier fühlt. Man spürt mehr und hat einen besseren Stand. Die Turner kennen die Vorzüge der Barfüssigkeit also bereits. Doch warum ziehen diese Sportler*Innen nach ihrer 2-Minütigen Vorführung immer sofort wieder Turnschuhe oder FlipFlops an? Ich verstehe das ehrlich gesagt nicht.

Natürlich, die extra angelegten Fusswege an diesem Turnfest wurden derart grob geschottert, dass sogar die beturnschuhten Leute neben dem Schotterweg im Rasen gingen. Einen schlimmeren Schotterweg habe ich noch nirgends gesehen.

Der Zuständige für diese Wege hatte wohl eine etwas durchzechte Nacht, als er das geplant hat. Ich selber hatte keine Probleme, dem gröbsten Schotter aus dem Weg zu gehen.

Nebst dem Turnen wurden auch noch weitere Sportarten ausgeführt. Dort sah man dann aber kaum mehr barfüssige Menschen. Beim Weitwurf ist mir aber doch noch eine löbliche Ausnahme vor die Linse gekommen. Ansonsten wurden Wurf- und Laufsportarten allesamt beschuht bestritten. Auch alle Ballspielsportarten wurden mit Noppenschuhen ausgeführt. Für jede Sportart das richtige Schühlein. Die Hersteller solcher Schuhe lachen sich ins Fäustchen.

Ich als Nichtteilnehmer habe meine barfüssige Zeit an diesem Anlass bei 28 Grad Aussentemperatur dennoch genossen. Auch wenn ich hier wie immer zur grossen Ausnahme gehört habe. Irgendwie komisch, diese Menschen.