Glück

007 – Anleitung für den Barfussanfänger

Barfusslaufen scheint auf den ersten Blick sehr einfach zu sein. Doch gerade Anfänger tun sich oftmals schwer damit. In dieser Folge gehe ich auf einige Punkte ein, welche den Barfussanfänger interessieren könnten. Viel Spass. Wenn Dir dieser Podcast gefallen hat, würde ich mich über eine positive Bewertung freuen. Ich stehe Dir auch jederzeit für weitere […]

Beginner-Guide für Barfuss-Lehrlinge

1. Grundinformationen

Das Wichtigste beim Barfusslaufen ist sich wohl zu fühlen. Es soll Spass machen. Es ist nicht notwendig, sich oder anderen etwas Beweisen zu müssen. Hier der Ratgeber für Barfuss-Lehrlinge.

Lass es Langsam angehen:
Lass es langsam angehen. Wie alles braucht auch das Barfusslaufen Übung. Die Fusssohle ist noch nicht für langes Barfusslaufen ausgebildet. Die Fusssohle ist noch verletzlich und wird sich erst mit der Zeit abhärten. Dies gilt auch für jene Barfüsser, welche den Winter hindurch eine Pause einlegen. Nutze anfangs also einfache Untergründe wie zb. Fussballplätze, Wiesen, angenehme Strassen und Trottoirs, Sandwege oder Waldböden.

Wie man geht:
Setze den Fuss flach- und nicht mit den Fersen auf, und nicht so wie du es machst, wenn Du Schuhe an den Füssen hast. Man sagt diesem Laufstil auch Vorlaufstil. Das Gewicht liegt auf dem Vor- und dem Mittelfuss. Dann hast du die notwendige, gesunde Federwirkung. Wenn Du Barfuss mit der Ferse abrollst, wirkt sich das negativ auf deine Gelenke und den Rücken aus.

Schau wo du hintrittst:
In der Stadt kann es Glassplitter oder Hundekacke am Boden haben. In der Natur können Dornen, Stacheln oder scharfe Steine auf dem Boden liegen. Auch Schnecken und Käfer können Deinen Weg kreuzen. Deswegen ist es ratsam, den Blick öfters auf den Boden zu richten. In der Regel macht man das automatisch.

Hitze:
Im Sommer kann es sehr heiss werden. Das ist an und für sich kein Problem. Doch die Sonneneinstrahlung hat eine Heizwirkung auf die Untergründe. Dies vor allem im Strassenbereich. Heisser Asphalt oder fast glühend, heisse Gullydeckel können zu Verbrennungen an den Sohlen führen.

Naturböden werden in der Regel nicht besonders heiss (Ausnahme kann zb. Stein oder der Sand am Strand sein)

Kälte:
Im Winter sind die Böden kalt. Besonders bei Schnee und Eis kann es zu Erfrierungen an den Füssen kommen. Im Gegensatz zur Hitze merkt man bei Erfrierungen das Problem manchmal erst, wenn es zu spät ist. Kälte kann heimtückisch sein, da man einer etwas tauben Zehe zu wenig Achtsamkeit schenkt.

Pflege die Füsse:
Füsse die durch das Barfusslaufen intensiver belastet werden, brauchen auch mehr Pflege. Achte darauf und nimm dir die Zeit dazu.

Achtung Sonnenbrand:
Wenn du dich im Sommer bei Sonnenschein draussen bewegst, schützt du dich mit Sonnenschutzmittel vor der gefährlichen UV-Strahlung. Denke dabei auch an deine Fussrücken. Die Haut dort ist besonders empfindlich.

Wenn die Füsse schmerzen:
Hast du während oder nach dem Barfusslaufen immer wieder schmerzen, lass das beim Arzt abklären. Hast du vor dem Barfusslaufen Schmerzen, überlege dir, ob du nicht besser auf das Barfusslaufen verzichten möchtest. Gehe auch dann zum Arzt und lass das abklären.

Hilfsmittel für die Füsse:
Barfussschuhe können dir als Lehrling den Start erleichtern. Solche Schuhe haben eine sehr dünne Sohle und sind nicht gefedert. Mit Barfussschuhe kannst du das Barfusslaufen simulieren. Solche Schuhe kannst du verwenden, wenn du zb. das Barfusslaufen üben möchtest, aber wegen dem Arbeitgeber Schuhe anziehen musst. Oder du verwendest Barfussschuhe in Situationen, in denen du nicht barfuss sein möchtest aber dennoch mehr Fussfreiheiten wünscht. Beachte aber, dass geschlossene Barfussschuhe oftmals zu stärkerem Schwitzen an den Füssen führt.

2. Barfuss unterwegs

Wo ist Barfusslaufen erlaubt?
In der Schweiz ist es überall erlaubt, Barfuss zu laufen.

Es gibt aber Ausnahmen:
Aus Sicherheitsgründen oder wegen Kleidervorschriften kann es berufliche Einschränkungen geben.

Ängste:
Gerade Barfuss-Lehrlinge haben manchmal Angst, sich in der Öffentlichkeit barfuss zu bewegen. Die Angst aufzufallen oder negative Reaktionen zu bekommen ist normal. Diese Angst ist aber unbegründeten. In 99,9% der Fälle werden deine baren Füsse maximal registriert, aber nicht kommentiert oder abgelehnt. im Gegenteil: die anderen Leute beneiden dich und deinen Mut, auch wenn sie es nicht zugeben werden. Die Leute würden am liebsten auch barfuss laufen. Denke immer daran: du hast den Genuss und den Spass. Nur das zählt. Was andere Denken kann dir egal sein.

Meistens haben die Barfuss-Lehrlinge aber Angst, dass sie jemanden antreffen, den sie kennen. Die daraus leitende Angst, dass diese Person dein Barfusslaufen herumerzählt, ist aber unbegründet. Die Leute vergessen solche Dinge sehr schnell wieder. Und falls nicht hast du dich ja soeben geoutet. Deine Bedenken sind also unbegründet.

Dein Auftreten:
Wenn du oft barfuss gehst, wirst du immer selbstsicherer werden. Barfusslaufen wird für dich zum normalsten dieser Welt. Dein Auftreten ändert sich von «was werden wohl die Anderen sagen» zu «Hey, hier bin ich und ich fühle mich ausgezeichnet».

Wenn man sich unsicher fühlt, fühlt man sich beobachtet. Wenn du dich sicher fühlst, sind die angeblichen Blicke welche auf dir lasten, wie von Geisterhand weg. Und ich schreibe es hier und jetzt: Man erntet kaum Blicke, wenn man barfuss ist.

Wenn du dich barfuss plötzlich unangenehm beobachtet fühlst, setze dich irgendwo hin und atme ein paar mal tief durch. Zaubere ein Lächeln auf dein Gesicht und es wird dir sofort wieder gut gehen. Dann kannst du ohne Sorgen weitergehen. Alle ängstliche Gedanken befinden sich nur in deinem Kopf. Die Gedanken haben nichts mit der Umgebung in, welcher du Dich befindest, zu tun. Ängste redet man sich meistens nur ein. Erst wenn du in eine echte Gefahrensituation kommst, sind Ängste echt und wichtig.

Was wenn man doch darauf angesprochen wird?
Dann lächle und beantworte die Frage. Meistens sind es banale Fragen welche dir gestellt werden. Und oftmals sind es immer wieder die selben Fragen, welche dir gestellt werden. Antworte cool, freundlich und überzeugend.

Habe ein paar gute Antworten parat, dann kannst du auch spontan und kompetent Auskunft geben:

Hier ein paar der wichtigsten Fragen oder Feststellungen. Denke dir einfache und verständliche Antworten aus. Die Antworten sollen aber den Fragesteller nicht schlecht aussehen lassen. Gib also keine dämliche oder überhebliche Antwort:

  • Sie haben ja keine Schuhe an!
  • Haben Sie keine Schuhe?
  • Haben Sie nicht kalt?
  • Haben Sie keine Angst vor Scherben?
  • Warum laufen Sie barfuss?
  • Das ist aber gesund!

In der Stadt wird man sehr selten angesprochen. Beim Wandern in den Bergen wird man öfters angesprochen.

Wo beginnt man als Lehrling mit dem Barfusslaufen, wenn man sich noch nicht so sehr «Outen» möchte?
Viele starten die ersten Versuche im Wald auf Waldwegen. Die Böden sind angenehm und man trifft meistens keine anderen- oder nur ganz wenige Personen. Du kennst sicher einen geeigneten Waldweg in deiner Nähe.

Feldwege sind manchmal auch geeignet. Allerdings können diese Wege gerne geschottert sein. Es hat aber meistens in der Mitte oder an den Seiten des Feldweges kleine Grasstreifen.

Du kannst auch in einer fremden Umgebung Erfahrungen sammeln. Fahre einfach in eine Stadt ein paar Kilometer entfernt. Dort kennt dich niemand.

Perfekt für den Barfuss-Lehrling sind auch Wanderungen. Man trifft zwar regelmässig andere Wanderer. Diese sind aber immer freundlich und vor allem auch interessiert am Barfusslaufen. Man kommt schnell ins Gespräch. Die Themen Gesundheit und «ich würde es auch gerne tun, aber….» sind die Hauptgesprächsthemen. Oftmals erntet man grosse Bewunderung.

3. Städte

Gefahren
Die Hauptgefahr beim Barfusslaufen in Städten ist die Sonneneinstrahlung im Sommer. Gehwege können teils extrem heiss werden. Metalluntergründe wie Gullydeckel eignen sich perfekt zum Spiegeleier-Braten. In solchen Situationen sollte man die Schattenbereiche bevorzugen. Notfalls macht man einen Umweg, um ans Ziel zu kommen.

Scherben
Scherben sind in Schweizer Städten kaum vorhanden. Die Strassen sind sehr gut gereinigt. Die Menschen haben meistens PET-Flaschen mit dabei. Und wenn sie Bier konsumieren tun sie das aus Alu-Dosen. Deswegen sind Glassplitter eine zu vernachlässigende Gefahr, da selten noch Glasflaschen den Weg nach draussen finden. Und wenn es mal Splitter haben sollte – Barfüsser welche bereits eine gut aufgebaute Hornhaut haben, werden oftmals nicht mal etwas merken. Und sollte sich dennoch einmal ein Splitter in die Sohle reinbohren, kann der Splitter in der Regel mit einer Pinzette rausgezogen werden.

Hundescheisse
Hundescheisse ist die «Gefahr» Nummer eins. Es gibt leider immer noch zu viele Hundehalter, welche die Hinterlassenschaften ihres Hundes auf den Gehwegen oder in den Wiesen liegen lassen. In Hundescheisse zu stehen ist extrem unangenehm, aber meistens ungefährlich. Gefährlich wird es erst, wenn man am Fuss eine Verletzung hat, welche mit der Hundescheisse in Kontakt kommt.

In Hundescheisse zu stehen kommt aber barfuss deutlich weniger vor als wenn man Schuhe an den Füssen hat. Das hat damit zu tun, dass Barfussläufer vermehrt hinschauen, wo sie hintreten. Mit Schuhen fühlt man sich geschützter und läuft einfach drauflos.

Kommt es aber doch einmal vor, lohnt es sich, eine Wiese zu suchen. Man läuft dann einfach ein paar Minuten über die Wiese und die Hundescheisse ist weg. Der Geruch allerdings bleibt länger erhalten. Hier hilft nur noch gründliches Füsse waschen.

Schwarze Fusssohlen
In Städten bekommt man gerne dunkel gefärbte Fusssohlen. Obschon die Verbrennungsmotoren und Heizungen deutlich weniger Abgase produzieren als früher, hat es immer noch hohe Konzentrationen von Feinstaub in der Luft. Dieser Feinstaub lagert sich nicht nur in unsere Lunge, sondern auch auf dem Boden ab. Wenn es lange nicht geregnet hat, verfärben sich die Fusssohlen dunkelgrau bis schwarz. In der Schweiz ist ist die «Chance» schwarze Fusssohlen zu bekommt aber eher klein, da die Städte kleiner und die Luft sauberer ist. In NewYork, Berlin oder auch in Mailand sind schwarze Fusssohlen relativ normal.

Man muss aber deswegen keine Angst haben. Im Gegensatz zu den Lungen können die Füsse abends ja gewaschen. Der Feinstaub welcher an der Sohle haften bleibt, ist zu grob, als dass er ins Immunsystem gelangen kann. Er wird einfach auf die Haut gerieben. Läuft man zb. mit dunklen Füssen wieder ausserhalb einer Stadt, wird der Feinstaub sehr schnell von alleine wieder abgerieben. Die Sohlen werden dann wieder hellgrau.

4. Öffentliche Einrichtungen

Museen
Das barfüssige Betreten von Museen ist grundsätzlich problemlos möglich. Folgende Museen hat der Schreiber dieses Artikels bereits barfuss betreten: Stadtmuseum Aarau, Aargauer Kunsthaus, Verkehrshaus Luzern, Alpines Museum Bern, Kunstmuseum Bern, Appenzeller Volkskunde-Museum, Château du Chillon, FIFA Museum Zürich, Gletschergarten Luzern, Historisches Museum Baden, Kunstmuseum Winterthur, Landesmuseum Zürich, Zentrum Paul Klee Bern, Museum für Gestaltung Zürich, Schloss Wildegg, Schloss Hallwil, Zoo Zürich.

Wenn ein übereifriger Angestellter meint, dass der Zutritt barfuss nicht möglich sei, unbedingt die Hausordnung verlangen. notfalls nach dem Vorgesetzten verlangen.

Öffentlicher Verkehr
Im öffentlichen Verkehr (Bus, Zug, Tram, Gondelbahn, Schiff) hatte ich noch nie ein Problem. Solange man ein gültiges Ticket hat ist man ein gern gesehener Fahrgast.

Spitäler
Hier habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt. Andere Barfüsser haben mir aber gesagt,  dass es auch im Spital kein Problem gibt. Ich denke man muss aber sicher sein, dass man keine Verletzung an der Fusssohle hat. Es sind schon einige Leute wegen Spital-Keimen verstorben.

Bibliotheken
Ich kenne nur zwei Bibliotheken, welche ich bisher barfüssig betreten habe. In beiden Bibliotheken gab es keine Probleme.

5. private Einrichtungen

Kino
Barfuss ins Kino gehen ist kein Problem. Das mache ich öfters.

Einkaufen
In Migros, Coop und Denner hatte ich bisher keine Probleme. Auch beim heimischen Metzger, Bäcker oder Brillengeschäft gab es keine Probleme. Jeder Kunde ist wichtig. Und sonst gibt es ja noch die Konkurrenz.

Restaurant
Bis auf ein Restaurant gab es bisher noch keine Probleme.

Tankstellen
An Tanksäule fahren, aussteigen, tanken, rein in den Shop und bezahlen. Raus aus dem Shop. Einsteigen, wegfahren.

Fussballstadion
Ich war bisher nur einmal barfuss an einem Fussballspiel. Dort bin ich problemlos ins Stadion reingekommen.

6. Das Wandern

Grundsätzlich kann man auf jeder Wanderung barfuss wandern. Je mehr man übt, desto abgehärteter werden die Fusssohlen. Und dadurch kann man auch immer mehr Wanderwege barfuss bewältigen. So baut man seine Möglichkeiten kontinuierlich aus.

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die man beim Wandern beachten muss.

Achte auf Deine Fusssohlen. Wenn Du den Eindruck hast, dass du langsam an deine Grenzen kommst, ziehe Schuhe an. Habe also immer ein paar Schuhe im Rucksack. Ich nutze leichte Stoffschuhe mit einem Profil an den Sohlen. Meine Wanderschuhe habe ich verschenkt. Mit der Zeit wirst du merken, dass Wanderschuhe nur dazu «erfunden» wurden, um den Leuten Geld aus dem Sack zu ziehen.

Picknickplätze
Picknickplätze werden leider oftmals nicht so zurückgelassen, wie man sie vorgefunden hat. Hier muss man immer mal mit kleinen Scherben oder Alumniumlaschen von geöffneten Getränkedosen rechnen, welche den Fuss verletzen können. Sei hier vorsichtig.

Dornengestrüpp
Auf schmalen Waldwegen kommt man immer wieder mal an Brombeerranken oder sonstigem Dornengestrüpp vorbei. Die Stacheln dieser Pflanzen dringen problemlos in die Fusssohle ein. Manchmal bemerkt man den Stachel erst, wenn man wieder Zuhause ist oder Schuhe anzieht. Solche «Eindringlinge» sind in der Regel harmlos. Wichtig ist einfach, dass man solche Stacheln wieder aus der Sohle rauszieht. Dies kann unter Beihilfe von Pinzette und manchmal auch einer Nähnadel erledigt werden. Wenn der Stachel sehr klein ist und man ihn nicht so recht rausbringt, es aber beim Gehen nicht als störend empfindet, kann man den Stachel auch in der Sohle lassen. Normalerweise arbeitet sich ein Stachel von alleine wieder aus der Haut raus. Zugsalben unterstützen diesen Vorgang.

Alpwiesen
Wenn man über Alpwiesen geht, muss man auf Bienen und Wespen achten. Solche Stiche sind für alle Menschen schmerzhaft aber meistens harmlos Sie können bei einigen Menschen aber auch zu allergischen Reaktionen führen.

Stoppelfelder
Gemähte, grobe Halme von Stoppelfeldern können sehr unangenehm zum Barfusslaufen sein. Die Halme der Stoppelfelder sind meistens sehr scharfkantig abgeschnitten und können zu schlimmen Schnittverletzungen führen.

Stacheldrahtreste
Achte auch auf die Hinterlassenschaften der Bauern. Stacheldrahtreste, Nägel etc. sollte man meiden. Wenn man auf einen solchen Stacheldraht tritt, muss die blutende Stelle sofort desinfiziert werden. Wenn du keine Tetanus-Impfung hast, musst du so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Mit Blutvergiftungen ist nicht zu spassen. Das kann schnell lebensgefährlich werden.

Nässe
Bei Nässe kann Barfusswandern gefährlich sein. Vor allem wenn man abwärts geht. Man rutscht sehr schnell aus, vor allem wenn man Gras oder Lehm als Untergrund hat. Dann können übrigens auch Barfussschuhe, welche eine dünne Sohle ohne Profil haben, gefährlich werden. Hier helfen Schuhe mit einem Profil.

Erste Hilfe
Wer wandern geht, sollte in jedem Fall ein Erste-Hilfe-Set mit dabei haben. Ich nehme immer eine kleine Autoapotheke mit welche ich mit zusätzlichen Utensilien aufgerüstet habe.

7. Autofahren

Wer beruflich fährt (Lastwagen, Busse etc.), darf nicht barfuss fahren.

Wer privat Auto fahrt, darf jederzeit barfuss Autofahren. Bei einem Unfall könnte es aber zu einem Mitverschulden kommen. Das muss aber durch Experten zuerst bewiesen werden. Und das ist fast unmöglich.

8. Jogging

Barfüssiges Jogging wird immer mehr zum Trend. 
Wie beim Barfusslaufen kann man auch beim Joggen den natürlichen Laufstiel anwenden. Ich würde es sogar empfehlen, da der Aufprall härter ist als beim Spazieren und Wandern. Das Abrollen über die Ferse sollte deswegen unterlassen werden. Beim Joggen wird auf den Vorfuss und/oder Mittelfuss aufgetreten. Die Federung und Schonung der Gelenke ist damit gewährleistet. Wer mit der richtigen Barfusstechnik joggt, kann seine Runden auch problemlos auf dem Asphalt drehen.

Langsam starten
Barfüssiges Joggen sollte man sehr langsam angehen. Einige Zeit je Training nur 100 Meter joggen, zwei Wochen später kann man auf 200 Meter ausbauen etc. Wer als Anfänger barfuss Joggt, kann deswegen starken Muskelkater bekommen, da die beanspruchte Fuss- und Beinmuskulatur wenig ausgebildet ist. Hier müsst ihr es einfach durchziehen und den harten Hund raushängen.

9. Jahreszeiten

Der Frühling 
Der Frühling ist perfekt um barfuss zu laufen. Es ist weder kalt noch heiss. Die Untergründe in den Städten sind noch nicht aufgeheizt. Der Regen lässt Waldwege zu herrlichen Sumpfpfaden werden. Das Gras ist noch zart. Die Bomberstauden sind noch jung. Die Stacheln sind eher weich.

Der Sommer
Der Sommer ist DIE Barfuss-Jahreszeit schlechthin. Die Temperaturen sind meistens angenehm warm. Die Leute kleiden sich generell sehr leicht und luftig. Man fällt kaum auf.

Aufpassen muss man, wie weiter oben bereits erwähnt, wegen der teils stark aufgeheizten Untergründe. Es kann zu unangenehmen Verbrennungen führen.

Wenn es besonders heiss ist, lohnt sich das Barfusslaufen eher am Morgen, wenn die Böden von der Nacht etwas abgekühlt wurden, oder am späteren Abend wenn sie noch die Restwärme des Tages speichern.

Besonders schön sind die warmen Sommerregen. So stelle ich mir Barfusslaufen im Himmel vor.

Der Herbst
Der Herbst bietet oftmals sehr schöne und warme Tage. Barfusslaufen ist dann perfekt. Aber auch wenn es bereits kühler ist, lässt es sich perfekt barfusslaufen. Das ist auch eine gute Vorbereitung, wenn man im Winter immer mal wieder Barfuss rausgehen möchte. Besonders schön ist der Spätherbst, wenn die Bäume ihre Blätter abgeworfen haben. Dann kann man im Wald über herrliche Laubteppiche wandern. Achtung vor Buchecken und Kastanienschalen. Die können ganz schön stechen.

Der Winter
Man kann auch im Winter sehr gut barfuss gehen. Besonders gut geht es, wenn es trocken ist, weder regnet noch schneit. Die Luft ist dann zwar kühler und der Boden kälter. Bis -2 oder -3 Grad geht es aber immer noch perfekt. Bei sehr tiefen Minusgraden muss man darauf achten, dass es zu keinen Erfrierungen kommt.

Schnee kann zum barfusslaufen auch angenehm sein. Ist der Schnee durch andere Passanten am Boden festgetreten, kann man recht lange unterwegs sein, da nur die Fusssohlen mit dem Schnee in Kontakt kommen. Ist der Schnee aber sehr locker und pulvrig und stäubt beim Gehen über die Zehen und den Oberfuss, kann der Fuss sehr schnell auskühlen und es kann schnell zu Erfrierungen kommen.

Auch nasser Schnee führt schnell zu Erfrierungen, da der Schnee zwischen den Zehen hoch quillt. Der Fuss bleibt dann immer nass. Nässe und Kälte harmonieren auf der Haut nicht sehr gut.

Werden die Strassen und Wege wegen Schnee und Eis gesalzen, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Salz verstärkt den Kälteeffekt deutlich. Erfrierungen sind schnell möglich. Zudem ist das Salz nicht gut für die Haut. Bei «salzigem» Wetter ist Fusspflege besonders wichtig.

Im Winter ist es besonders wichtig, dass der Oberkörper warm gehalten wird. Ist der Oberkörper warm gekleidet, kann man problemlos barfuss laufen. Abschüssige Wärme wird aus dem Oberkörper in die Füsse abgeleitet, so dass man es barfuss recht lange aushalten kann.

Im Oberkörper befinden sich alle wichtigen Organe. Werden die Organe einer Kälte ausgesetzt, wird man krank.

In jedem Fall sind Erfrierungen konsequent zu meiden. Sie sind sehr schmerzhaft. Die Regeneration angefrorener Hautpartien dauert sehr lang. Im schlechtesten Fall können erfrorene Hautpartien oder Gliedmassen nicht mehr gerettet werden.

Hat man in den Zehen zb. fast kein Gefühl mehr, muss man sofort handeln und die Zehen schützen.

10. Pflegemöglichkeiten

Die menschliche Haut ist von Mensch zu Mensch verschieden. Anhand deiner bisherigen Erfahrungen weist du, welche Pflegemittel bei dir am besten funktionieren. Da die Haut ständig altert, muss man aber auch die Pflege immer wieder etwas optimieren.

Fusspilz
Fusspilz gibt es eigentlich nur, wenn der Fuss eine längere Zeit in feuchtwarmem Klima verbringt (zb. Schuhe). Wichtig: haltet den Fuss immer trocken. Wer eng anliegende Zehen hat, sollte diese Zwischenräume immer gut abtrocknen.

Hornhaut
Hornhaut an der Fußsohle ist unproblematisch, ja fast gewünscht. Denn Hornhaut schütz unsere Füsse. Die Hornhaut an der Fusssohle arbeitet sich beim Barfuss gehen durch die Reibung ab, bildet sich aber auch immer wieder neu. Ein ausbalanciertes Geben und Nehmen. Läuft man oft barfuss bekommt man eine weiche, aber sehr robuste Sohle.

Problematisch ist Hornhaut an den Fersenrändern. Dort findet keine natürlich Reibung statt. Man muss mit Hornhautfeilen manuell nachhelfen. Das ist sehr wichtig, da sich sonst bei zu dicker Hornhaut sehr schmerzhafte Risse bilden können. Solche Risse können nur mühsam und über eine lange Zeit hinweg, zum Ausheilen bewegt werden. Es ist also in jedem Fall besser, solche Risse mit guter Fusspflege zu vermeiden. Je älter man wird, desto wichtiger wird es.

Fremdkörper 
Fremdkörper in den Fusssohlen sollten, wie bereits erwähnt, immer sofort entfernt werden.

Das kann unter Beihilfe von Pinzette und manchmal auch einer Nähnadel erledigt werden. Wenn der Fremdkörper sehr klein ist und man ihn nicht so recht rausbringt, ihn aber beim Gehen nicht als störend empfindet, kann man den Fremdkörper zwischenzeitlich auch in der Sohle lassen. Normalerweise arbeitet sich ein kleiner Fremdkörper von alleine wieder aus der Haut. Zugsalben unterstützen diesen Vorgang.

Blasen
Bei längeren Touren oder bei sehr langanhaltender, kalter Nässe können sich Blasen bilden. Auch Barfuss-Lehrlinge können zu Blasen neigen, wenn sie sich zu viel zumuten. Hier eignen sich Blasenpflaster ausgezeichnet. Hat es in der Blase viel Wundfeuchtigkeit, kann man die Blase vorsichtig aufstechen und die Flüssigkeit abtupfen. Nadel und Wunde sollten dann aber desinfiziert werden. Die eingestochene Blase muss danach mit einem Pflaster angeklebt werden.

Schnittverletzungen
Kleine Schnittverletzungen können an der Sohle auch mit Sekundenkleber abgedichtet werden.