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Hier einige gesammelte Fragen und Antworten, welche schon an mich herangetragen wurden:

Bekommt man vom Barfusslaufen eine dicke Hornhaut?

Nein – im Gegenteil. Hornhaut bekommen wir dort, wo der Schuh drückt. Drückt aber kein Schuh weil wir keine Schuhe anziehen, bekommen wir auch keine Hornhaut. Wenn man Barfuss läuft entsteht an der Sohle Reibung. Diese Reibung arbeitet vorhandene Hornhaut ab. Barfusslaufen ist somit perfekt, um Hornhaut loszuwerden.

An der Fusssohle entwickelt sich eine Art von widerstandsfähiger, aber dennoch geschmeidiger Lederhaut.

Warum ist Barfusslaufen so gesund?

Barfusslaufen stärkt die Fussmuskulatur und macht die Füsse generell beweglicher und stabiler.

  • Das Immunsystem wird gestärkt
  • Die Füsse werden besser durchblutet
  • Die Fussnerven werden angeregt
  • Die Haltung verbessert sich
  • Die Zehen werden beweglicher
  • Rückenschmerzen verschwinden wie von Geisterhand
  • Es gibt keine Blasen
  • Krampfadern werden weniger
  • Kein Fussschweiss = kein Fusspilz

Barfuss kann man nur im Sommer laufen

Barfuss laufen kann man zu jeder Jahreszeit. Auch wenn es draussen Kühler wird. Denn Barfusslaufen macht den Körper widerstandfähiger. Früher war ich etwas anfällig auf Grippe. Seit ich oft barfuss laufe, sind bei mir Grippesymptome zu einem Fremdwort geworden.

Wenn es draussen Kalt ist bekommt man vom Barfusslaufen eine Blasenentzündung

Märchenstunde! Blasenentzündungen bekommt man durch Bakterien, Viren, Pilze oder Würmer. gruselig. Aber sicher nicht vom Barfusslaufen.

Beim Barfusslaufen bekommt man kalte Füsse.

Nein. Auch wenn man auch bei kühleren Temperaturen barfuss läuft, bleiben die Füsse schön warm, solange sie trocken sind. Die Bewegung lässt das Blut zirkulieren. Worauf man aber achten muss ist, dass der Oberkörper nicht kalt hat. Dort befinden sich unsere wichtigen Organe.

Menschen welche generell unter kalten Füssen leiden, hilft regelmässiges Barfusslaufen besonders gut (bessere Durchblutung).

Im Schnee darf man nicht barfusslaufen wegen Erfrierungen.

Es kommt darauf an. Es gibt  unterschiedliche Schneearten, welche als kälter oder wärmer empfunden werden. Nasser Schnee kühlt die Füsse schneller aus als trockener Schnee (zb. Pulverschnee). Ein paar Minuten im Schnee zu laufen ist aber eine perfekte Kneipp-Kur. Das lässt den Blutkreislauf mächtigen aufdrehen und stärkt unseren Körper. Bei Schnee darf man also ruhig mal kurze Spaziergänge unternehmen.

Am Kälteempfindlichsten sind die Zehen. Sobald sie zu schmerzen beginnen, sollte man aus dem Schnee raus, die Füsse abtrocknen und warm halten. Denn dann beginnt der Erfrierungsprozess. Sollte man diese Schmerzen missachten kann es sein, dass man sich anfangs nur kleinere bis hin zu grossen Erfrierungen zuzieht. Normalerweise reicht aber der aufkommende Schmerz aus, sich entsprechend zu schützen. Ausser man steht auf Schmerzen.

Barfusslaufen ist unhygienisch

Wer keine Schuhe anhat, kann keinen Fussschweiss bekommen. Aber wer Schuhe anhat, hat Fussschweiss. Und gerade der Fussschweiss, welcher sich in geschlossenen Schuhen bildet, ist unhygienisch. Wenn man am Abend die Schuhe auszieht und die Füsse riechen, kommt das von den Bakterien, welche sich im feuchtwarmen Klima im Schuh besonders gut entwickeln können. Genau diese Bakterien (welche übertragbar sind) führen dazu, dass Fusspilz entsteht. Ohne Schuhe hat man dieses Problem nicht.

Wer draussen Barfuss läuft, bekommt natürlich automatisch schmutzige Fusssohlen. Vor allem wenn man in der Stadt unterwegs ist, da auf den Gehwegen Strassenstaub und Russ abgelagert werden. Zuhause wäscht man sich nebst den Händen dann halt auch noch die Füsse. Oder fassen wir mit den Händen nichts mehr an, weil sozusagen alles, was wir anfassen, mit Viren und Bakterien belastet ist? Unsere Hände sind unhygienischer als unsere Füsse. Wusstest Du, dass ein Mensch sich durchschnittlich alle drei Minuten ins Gesicht fasst?

Guter Tipp: Hat man schmutzige Fusssohlen einfach eine Minute über eine Wiese gehen. Die Sohlen sind danach blitzsauber

Hundekot ist gefährlich

In Hundekot zu stehen ist besonders unangenehm. In allen den vielen Jahren bin ich aber noch nie in eine Tretmiene gestanden. Der Grund liegt daran, dass man als Barfussläufer besonders gut auf den Boden schaut, weil man wissen möchte, wohin man den Fuss absetzt.

Wenn man doch mal rein steht, lohnt es sich eine Wiese zu suchen und dort einige Minuten zu gehen. Der Hundekot geht dann recht gut wieder ab. Zuhause sollte man aber dennoch die Füsse waschen, denn der Geruch geht nicht einfach so weg.

Gefährlich wird es, wenn man an den Füssen eine Wunde hat welche mit dem Kot in Berührung kommt. Dann können sich Erreger, welche im Hundekot sind, im Menschen ausbreiten und zu schweren Krankheiten führen. Ich kenn aber wirklich niemanden, dem das schon passiert ist und habe auch noch nie über einen solchen Fall gelesen.

Wer barfuss geht, bekommt mehr Zecken

Im Wald, entlang des Waldes, auf waldnahen Wiesen, in Parks und sogar im heimischen Garten lauern Zecken. Die meisten Menschen fangen sich Zecken ein, obschon sie nicht barfuss sind. Ich persönlich bin viel barfuss in der Natur unterwegs, habe aber eher selten eine Zecke. Das ist vermutlich von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Am wichtigsten ist es, dass man sich das Barfusslaufen nicht wegen möglicher Zeckenhysterien vermiesen lassen sollte.

Es gibt Möglichkeiten zur Vorsorge (Impfung und Zeckenspray). Nach einem Aufenthalt in der Natur sollte man sich zuhause duschen und den Körper visuell absuchen. Kontaminierte Kleider draussen abklopfen und bei 60 Grad waschen. Weitere Infos hier.

Barfuss verletzt man sich öfters

Ich gehe nun schon viele Jahre Barfuss. Erst vor kurzer Zeit habe ich mir unbewusst auf einer Wanderung eine Zehe angeschlagen. Dabei hat sich oberhalb des Nagels ein kleiner Riss ergeben, welcher geblutet hat. In Scherben bin ich noch nie gestanden. Dornen habe ich mir beim Laufen durch den Wald schon einige Male eingetreten. Das hat aber mit meinem Hobby Geocaching zu tun. Da bewegt man sich vielfach Querfeldein, auch durch Wälder hindurch. Und dort gedeiht halt immer mal Dornengewächs.

Ich habe aber immer ein kleines Medizinset dabei. Dort hat es eine Pinzette drinnen. Mit dieser konnte ich den Dorn dann schnell rausziehen.

Grundsätzlich gilt gesunder Menschenverstand. Bei grossen Festivals oder Stadtfesten wo es immer mal zertrümmerte Flaschen gibt, ziehe ich konsequent Schuhe an. Ansonsten sind Schweizer Städte und Dörfer durch die fleissigen Bienchen der Bauämter immer sehr sauber. Scherben sieht man extrem wenig.

Was hat es mit der Fussreflexzone auf sich?

Es gibt Leute, die gehen zur Fussreflexzonenmassage. Barfussläufer können sich dieses Geld sparen. Mehr Fussreflexzonenmassagen kann man nicht haben. Und erst noch gratis.

Bei der Fussreflexzonenmassage wird der Fuss nicht nur durchgeknetet, sondern an bestimmten Punkten gedrückt, die jeweils einem Organ zugeordnet werden. Die Massagetechnik geht zurück auf den amerikanischen Arzt William Fitzgerald. 1912 teilte er den menschlichen Körper in zehn Längszonen ein, die er proportional auf die Füsse übertrug. Grundlage der Heilmethode ist die Annahme, dass sich der Organismus des ganzen Menschen im Fuss widerspiegelt. Drückt man z.B. im unteren Teil der grossen Zehe, werden nach Fitzgerald die Selbstheilungskräfte des Kleinhirns aktiviert.

Bislang war die Schulmedizin der Therapie gegenüber skeptisch. Eine wissenschaftliche Doppelblindstudie der Universitätsklinik Innsbruck zeigt aber, dass mit einer gezielten Fussreflexzonen-Massage eine Widerstandsverminderung im Gefässsystem erzielt werden kann. Dadurch verbessert sich die Nierendurchblutung. Fussreflexzonenmassagen sollen auch gegen Schlafstörungen, Verspannungen oder Verstopfung wirken.

Barfusslaufen gegen Rückenprobleme?

Ich kann das bestätigen. Ich litt mein halbes Leben unter Rückenschmerzen. Seit ich mich generell mehr bewege und oft barfuss laufe sind diese Probleme zu 95% weg. Ich kann nur eines sagen: Barfusslaufen hat mein Leben deutlich verbessert. Wenn ich daran denke, dass man bei mir von Rücken-OPs und so weiter sprach… unglaublich.

Aber einfach daran denken. Das geht nicht von heute auf morgen weg. Man muss schon sehr viel barfuss laufen, damit sich der Körper darauf einrichten kann. Mit der Zeit bekommt man durch das Barfusslaufen eine bessere Körperhaltung. und auch die Schläge, welche beim Fersenlauf toll in den Rücken schiessen, kann man mit korrektem Barfusslaufen minimieren.

Kann Barfusslaufen Fussfehlstellungen wieder heilen?

Längst sperren die meisten Leute ihre Füsse dauerhaft in Leder und Kunststoff weg, barfuss sind die Füsse meistens nur noch im Bett. Die Konsequenz: Viele kleine und grosse Fussmuskeln werden kaum noch trainiert, was Fuss-Fehlstellungen begünstigt. Wer mit Barfusslaufen beginnt, die Fussmuskulatur wieder aufzubauen, hat sicher Chancen, dass es nicht schlechter wird.

Für eine gesunde Fussentwicklung ist Barfusslaufen ein ideales Training. Solange also keine grossen Beschwerden da sind – ob bei Kindern oder Erwachsenen –, sollte man seinen Füssen möglichst viel Barfusszeit gönnen. Damit kann schlimmeres verhindert werden.

Sind aber bereits gröbere Schäden vorhanden, wird man diese nur mit Barfusslaufen nicht beseitigen können.

Kann Barfusslaufen bei Hallux Valgus etwas nutzen?

Wenn man nur einen leichten Hallux Valgus hat, kann häufiges Barfusslaufen Vorteile bis hin zu einer Verbesserung führen. Wer einen starken Hallux Valgus hat, kann durch Barfusslaufen positiven Einfluss auf die Schmerzen nehmen. Heilen wird man ihn so aber nicht mehr können. Es ist also besser, man lässt es nicht dazu kommen.

Warum sind Schuhe schlechter als Barfusslaufen?

Barfussgehen ist die natürlichste Art der Fortbewegung – es belastet den Fuss genau so, wie unser Bewegungsapparat es vorsieht. Aus orthopädischer Sicht ist Barfusslaufen grundsätzlich die effektivste Art der Fortbewegung.

Zusätzlich zwingt uns das Barfusslaufen, aufrecht zu gehen und Unebenheiten im Untergrund mit der richtigen Bewegung auszugleichen. Dies stärkt die aktiven Muskeln im Fuss und fördert eine gesunde Fußwölbung. Zudem werden Stösse automatisch sanfter gedämpft, als mit klobigem Schuhwerk, durch dessen Sohle man nichts mehr spüren kann – eine wohltuende Entlastung für die Bandscheiben.

Zudem beugt das Laufen ohne Schuhe auch Krampfadern und Venenleiden vor: Da Füsse und Beine mehr ausgleichend arbeiten müssen und der Bewegungsablauf nicht durch enges Schuhwerk behindert wird,  arbeiten die Zehen- und Wadenmuskeln auf Hochtouren. Die Durchblutung von Füssen und Beinen wird dadurch angeregt, die Blutgefässe entlastet und der Entstehung von Krampfadern oder Thrombosen vorgebeugt.

Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Schuh ist die optimale Belüftung. Kein noch so atmungsaktives Material kann Fußschweiss und unangenehmen Gerüchen so effektiv vorgreifen.