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Barfuss macht Spass.

Beginner-Guide für Barfuss-Lehrlinge

1. Grundinformationen

Das Wichtigste beim Barfusslaufen ist sich wohl zu fühlen. Es soll Spass machen. Es ist nicht notwendig, sich oder anderen etwas Beweisen zu müssen. Hier der Ratgeber für Barfuss-Lehrlinge.

Lass es Langsam angehen:
Lass es langsam angehen. Wie alles braucht auch das Barfusslaufen Übung. Auch die Fusssohle ist noch nicht für langes Barfusslaufen ausgebildet. Die Fusssohle ist noch verletzlich und wird sich erst mit der Zeit abhärten. Dies gilt auch für jene Barfüsser, welche den Winter hindurch eine Pause einlegen. Nutze anfangs also einfache Untergründe wie zb. Fussballplätze, Wiesen, angenehme Strassen und Trottoirs Sandwege oder Waldböden.

Wie man geht:
Setze den Fuss Flach auf und nicht mit den Fersen, so wie es Du es machst, wenn Du Schuhe anhast. Man sagt diesem Laufstiel auch Vorlaufstiel. Das Gewicht liegt auf dem Vorfuss- und dem Mittelfuss. Dann erzielst Du die notwendige Federwirkung. Wenn Du Barfuss mit der Ferse abrollst, wirkt sich das negativ auf Deine Gelenke und den Rücken aus.

Schau wo du hintrittst:
In der Stadt kann es Glassplitter oder Hundekacke am Boden haben. In der Natur können Dornen, Stacheln oder scharfe Steine auf dem Boden liegen. Auch Schnecken und Käfer können Deinen Weg kreuzen. Deswegen ist es ratsam, den Blick öfters auf den Boden zu richten. In der Regel macht man das automatisch.

Hitze:
Im Sommer kann es sehr Heiss werden. Das ist an und für sich kein Problem. Doch die Sonneneinstrahlung hat eine Heizwirkung auf Untergründe. Dies hat vor allem im Strassenbereich Auswirkungen. Heisser Asphalt oder fast glühend heisse Gullydeckel können zurVerbrennungen an den Sohlen führen.

Böden in der Natur werden in der Regel nicht besonders heiss (Ausnahme ist zb. Stein)

Kälte:
Im Winter sind die Böden kalt. Besonders bei Schnee und Eis kann es zu Erfrierungen kommen. Auch tiefe Minusgrade können zu Erfrierungen führen. Im Gegensatz zur Hitze  merkt man bei Erfrierungen das Problem teils erst, wenn es zu spät ist. Kälte kann etwas heimtückisch sein.

Pflege die Füsse:
Füsse die durch das Barfusslaufen intensiver belastet werden, brauchen auch etwas mehr Pflege. Achte darauf und nimm Dir die Zeit dazu.

Achtung Sonnenbrand:
Wenn Du dich im Sommer bei Sonnenschein draussen bewegst, schützt Du Dich teils mit Sonnenschutzmittel vor der gefährlichen UV-Strahlung. Denke dabei auch an Deine Fussrücken. Die Haut dort ist besonders empfindlich.

Wenn die Füsse schmerzen:
Hast Du während der nach dem Barfusslaufen immer wieder schmerzen, lass das beim Arzt abklären. Hast Du vor dem Barfusslaufen Schmerzen, überlege Dir, ob Du nicht besser auf das Barfusslaufen verzichten möchtest.

Hilfsmittel für die Füsse:
Barfussschuhe können Dir als Lehrling den Start erleichtern. Solche Schuhe haben eine sehr dünne Sohle und sind nicht gefedert. Mit Barfussschuhe kannst Du das Barfusslaufen simulieren. Solche Schuhe kannst Du verwenden, wenn Du zb. das Barfusslaufen üben möchtest, aber wegen dem Arbeitgeber Schuhe anziehen musst. Oder Du verwendest Barfussschuhe in Situationen, in denen Du nicht barfuss sein möchtest aber dennoch mehr Fussfreiheiten wünscht. Beachte aber, dass geschlossene Barfussschuhe oftmals zu stärkerem Schwitzen an den Füssen führt.

2. Barfuss unterwegs

Wo ist Barfusslaufen erlaubt?
In der Schweiz ist es überall erlaubt, Barfuss zu laufen.

Es gibt aber Ausnahmen:
Aus Sicherheitsgründen oder wegen Kleidervorschriften kann es berufliche Einschränkungen geben.

Ängste:
Gerade Barfuss-Lehrlinge haben manchmal angst, sich in der Öffentlichkeit barfuss zu bewegen. Die Angst aufzufallen oder negative Reaktionen zu bekommen ist normal. Diese Angst ist aber unbegründeten. In 99,9% der Fälle werden Deine baren Füsse maximal registriert, aber nicht kommentiert oder verachtet. im Gegenteil: die anderen Leute beneiden Dich und Deinen Mut, auch wenn sie es nicht zugeben können. Sie würden es am liebsten auch gerne machen. Denke immer daran: Du hast den Genuss und den Spass. nur das Zählt. Was andere Denken kann Dir egal sein.

Meistens haben die Barfuss-Lehrlinge aber Angst, dass sie jemanden antreffen, den sie kennen. Die daraus leitende Angst, dass diese Person Dein Barfusslaufen herumerzählt so dass es am Ende alle wissen, ist aber unbegründet. Die Leute vergessen solche Dinge sehr schnell wieder. Und falls nicht hast Du dich bereits geoutet. Ab dann sind sowieso alle Bedenken unnötig.

Dein Auftreten:
Wenn Du oft barfuss gehst, wirst du immer selbstsicherer werden. Barfusslaufen wird für dich zum normalsten dieser Welt. Dein Auftreten ändert sich von «was werden wohl die Anderen sagen» zu «Hey, hier bin ich und ich fühle mich ausgezeichnet».

Wenn man sich unsicher fühlt, fühlt man sich beobachtet. Wenn Du Dich sicher fühlst, sind die angeblichen Blicke welche auf Dir lasten wie von Geisterhand weg. Und ich schreibe es hier und jetzt: Man erntet keine zusätzlichen Blicke, wenn man barfuss ist. Es ist wie immer. Mit oder ohne Schuhe.

Wenn Du Dich barfuss plötzlich unangenehm beobachtet fühlst, setze Dich irgendwo hin, atme ein paar mal tief durch. Zaubere ein Lächeln auf Dein Gesicht und es wird Dir sofort wieder gut gehen. Dann kannst Du ohne Sorgen weitergehen. Alle ängstliche Gedanken befinden sich nur in deinem Kopf. Die Gedanken haben  nichts mit der Umgebung in welcher Du Dich befindest, zu tun. Ängste redet man sich vielfach nur ein. Erst wenn Du in eine echte Gefahrensituation kommst, sind Ängste echt und wichtig.

Was wenn man doch darauf angesprochen wird?
Dann lächle und beantworte die Frage. Meistens sind es banale Fragen welche Dir gestellt werden. Und oftmals sind es immer wieder die selben Fragen, welche Dir gestellt werden. Antworte cool, freundlich und überzeugend.

Habe ein paar gute Antworten parat, dann kannst Du auch spontan und kompetent Auskunft geben:

Hier ein paar der wichtigsten Fragen oder Feststellungen. Denke Dir einfache und verständliche Antworten aus. Die Antworten sollen aber den Fragesteller nicht schlecht aussehen lassen. Gib also keine dämliche oder überhebliche Antworten.:

  • Sie haben ja keine Schuhe an!
  • Haben Sie keine Schuhe?
  • Haben Sie nicht kalt?
  • Haben Sie keine Angst vor Scherben?
  • Warum laufen Sie barfuss?
  • Das ist aber gesund!

In der Stadt wird man aber sehr selten angesprochen. Beim Wandern in den Bergen wird man immer mal wieder angesprochen.

Wo beginnt man als Lehrling mit dem Barfusslaufen, wenn man sich noch nicht so sehr «Outen» möchte?
Viele starten die ersten versuche im Wald auf Waldwegen. Die Böden sind angenehm und man trifft meistens keine anderen Personen. Du kennst sicher einen geeigneten Waldweg.

Geeignet sind auch Feldwege. Allerdings können diese Wege gerne geschottert sein. Meistens hat es aber in der Mitte des Weges oder am Rand kleine Grasstreifen.

Du kannst auch in einer fremden Umgebung Erfahrungen sammeln. In fremden Städten oder an einem Ferienort kennt Dich niemand.

Perfekt für den Barfuss-Lehrling sind Wanderungen. Man trifft regelmässig andere Wanderer. Diese sind immer freundlich und vor allem auch interessiert am Barfusslaufen. Man kommt schnell ins Gespräch. Die Themen Gesundheit und «ich würde es auch gerne tun, aber….» sind die Hauptgesprächsthemen. Oftmals erntet man grosse Bewunderung.

3. Städte

Gefahren
Die Hauptgefahr beim Barfusslaufen in Städten ist dieSonneneinstrahlung im Sommer. Gehwege können teils extrem heiss werden. Metalluntergründe wie Gullydeckel eignen sich perfekt zum Spiegeleier-Braten. in solchen Situationen sollte man die Schattenbereiche bevorzugen. Notfalls macht man einen Umweg, um ans Ziel zu kommen.

Scherben
Scherben sind in Schweizer Städten kaum vorhanden. Die Strassen sind sehr gut gereinigt. Die Menschen haben meistens PET-Flaschen mit dabei. Und wenn sie Bier konsumieren tun sie das aus Alu-Dosen. Deswegen sind Glassplitter eine zu vernachlässigende Gefahr da selten noch Glasflaschen den Weg nach draussen finden. Und wenn es mal Splitter haben sollte – Barfüsser welche bereits eine gut aufgebaute Hornhaut haben werden oftmals nicht mal etwas merken. Und sollte sich dennoch einmal ein Splitter reinbohre kann dieser in der Regel mit einer Pinzette rausgezogen werden. werden.

Hundescheisse
Hundescheisse ist die Gefahr Nummer eins. Es gibt leider immer noch viele Hundehalter, welche die Hinterlassenschaften ihres Hundes liegen lassen. In Hundescheisse zu stehen ist extrem unangenehm, aber meistens ungefährlich. Gefährlich wird es erst, wenn man am Fuss eine Verletzung hat, welche mit der Hundescheisse in Kontakt kommt.

Aber: in Hundescheisse zu stehen kommt barfuss deutlich weniger vor als wenn man Schuhe anhat. Das hat damit zu tun, dass Barfussläufer vermehrt hinschauen, wo sie hintreten. Mit Schuhen fühlt man sich geschützter und läuft einfach drauflos.

Kommt es aber doch einmal vor lohnt es sich, eine Wiese zu suchen. Man läuft dann einfach ein paar Minuten über die Wiese und die Hundescheisse ist weg. Der Geruch allerdings bleibt länger erhalten. Hier hilft nur noch das Füsse waschen mit Seife.

Schwarze Fusssohlen
In Städten bekommt man gerne dunkel gefärbte Fusssohlen. Obschon die Verbrennungsmotoren und Heizungen deutlich weniger Abgase produzieren, hat es immer noch hohe Konzentrationen von Feinstaub in der Luft. Dieser Feinstaub setzt sich auch auf den Boden ab. Wenn es lange nicht geregnet hat, werden deswegen die Fusssohlen einiges dunkler. In der Schweiz ist ist die «Chance» ganz schwarze Fusssohlen zu bekommt aber eher klein, da die Luft besser ist als in ausländischen Städten. In NewYork oder auch in Mailand sind schwarze Fusssohlen relativ normal.

Man muss aber deswegen keine Angst haben. Die Füsse werden abends ja gewaschen. Der Feinstaub an der Sohle ist zudem zu grob, als dass er ins Immunsystem gelangen kann. Er wird einfach auf die Haut gerieben. Läuft man zb. mit dunklen Füssen wieder ausserhalb einer Stadt, wird das Dunkle sehr schnell von alleine wieder abgerieben.

4. Öffentliche Einrichtungen

Museen
Das barfüssige Betreten von Museen ist grundsätzlich problemlos möglich. Folgende Museen hat der Schreiber bereits barfuss betreten: Stadtmuseum Aarau, Aargauer Kunsthaus, Verkehrshaus Luzern, Alpines Museum Bern, Kunstmuseum Bern, Appenzeller Volkskunde-Museum, Château du Chillon, FIFA Museum Zürich, Gletschergarten Luzern, Historisches Museum Baden, Kunstmuseum Winterthur, Landesmuseum Zürich, Zentrum Paul Klee Bern, Museum für Gestaltung Zürich, Schloss Wildegg, Schloss Hallwil, Zoo Zürich.

Wenn ein übereifriger Angestellter meint dass barfuss ein Zutritt nicht möglich sei, unbedingt die Hausordnung verlangen. notfalls nach dem Vorgesetzten verlangen.

Öffentlicher Verkehr
Im öffentlichen Verkehr (Bus, Zug, Tram, Gondelbahn, Schiff) gab es bei mir noch nie ein Problem. Solange man ein gültiges Ticket hat ist man gern gesehener Fahrgast.

Spitäler
Hier habe ich noch keine Erfahrungen gesammelt. Wie man aber von anderen Barfüsser hört, gibt es auch im Spital kein Problem. ich denke man muss aber sicher sein, dass man keine Verletzung an der Fusssohle hat. Es sind schon einige Leute wegen Spital-Keimen verstorben. Ich weis nicht ob man mit einer Verletzung an der Sohle so etwas auflesen kann.

Bibliotheken
Ich kenne nur zwei Bibliotheken, welche ich bisher betreten habe. In beiden Bibliotheken gab es keine Probleme.

5. private Einrichtungen

Kino
Barfuss ins Kino gehen ist kein Problem.

Einkaufen
In Migros, Coop und Denner hatte ich bisher keine Probleme. Auch beim heimischen Metzger, Bäcker oder Brillengeschäft gab es keine Probleme. Jeder Kunde ist wichtig.

Restaurant
Bis auf ein Restaurant gab es bisher noch keine Probleme. Das eine Restaurant war ein etwas «besseres» Restaurant. Ich war seit dieser Erfahrung dort (cu mit Schuhen) nie mehr zu Gast. Es gibt genügend andere, sehr gute Restaurants. Ich denke er hat mit seiner Haltung mehr verloren als ich. Denn gute Werbung in meinem Umfeld gab es durch mich seither keine mehr.

Tankstellen
An Tanksäule fahren, aussteigen, tanken, rein in den Shop und bezahlen. Raus aus dem Shop. Einsteigen, wegfahren.

Fussballstadion
ich war bisher nur einmal barfuss an einem Fussballspiel in Zürich. Dort bin ich problemlos ins Stadion reingekommen. Scherben hat es keine, da es keine Glasbehältnisse im Angebot hat.

6. Das Wandern

Grundsätzlich kann man auf jeder Wanderung barfuss wandern. Manche Wanderungen bieten nur barfussfreundliche Wege, andere Wanderungen haben ab und zu barfussfreundliche Wege. Je mehr man aber übt, desto abgehärteter werden die Fusssohlen. Und dadurch kann man auch immer mehr Wanderwege barfuss bewältigen. So baut man seine Möglichkeiten kontinuierlich aus.

Es gibt aber auch ein paar Dinge, die man beim Wandern beachten muss:

Achte auf Deine Fusssohlen. Wenn Du den Eindruck hast das Du langsam an Deine Grenzen kommst, ziehe Schuhe an. Habe also immer ein paar Schuhe im Rucksack. Barfussschuhe eignen sich dazu ausgezeichnet. Auch ganz leichte Stoffschuhe gehen sehr gut. Echte Wanderschuhe brauchst Du normalerweise nicht. Mit der Zeit wirst Du merken, dass Wanderschuhe nur dazu «erfunden» wurden, um den Leuten Geld aus dem Sack zu ziehen.

Picknickplätze
Picknickplätze werden leider oftmals nicht so zurückgelassen, wie man sie vorgefunden hat. Hier muss man immer mal mit kleinen Scherben oder Alumniumlaschen von geöffneten Getränkedosen rechnen, welche sich in den Fuss bohren oder schneiden können. Sie hier vorsichtig.

Dornengestrüpp
Auf schmalen Waldwegen kommt man immer wieder mal an Brombeeranken oder sonstigem Dornengestrüpp vorbei. Die Stacheln dieser Pflanzen dringen problemlos in die Fusssohle rein, Meistens merkt man es. Manchmal bemerkt man den Stachel auch erst, wenn man wieder Zuhause ist oder Schuhe anzieht. Solche «Eindringlinge» sind in der Regel harmlos. Wichtig ist einfach, dass man solche Stacheln wieder aus der Sohle rausbringt. Dies kann unter Beihilfe von Pinzette und manchmal auch einer Nähnadel erledigt werden. Wenn der Stachel sehr klein ist und man ihn nicht so recht rausbringt, ihn aber beim Gehen nicht als störend empfindet, kann man ihn zwischenzeitlich auch in der Sohle lassen. Normalerweise arbeitet sich ein kleiner Stachel von alleine wieder aus der Haut hinaus. Sogenannte Zugsalben unterstützen diesen Vorgang.

Alpwiesen
Wenn man über Alpwiesen geht muss man auf Bienen und Wespen achten. Solche Stiche sind für viele Menschen schmerzhaft aber harmlos Sie können aber bei einigen Menschen zu gefährlichen Reaktionen führen.

Stoppelfelder
Gemähte, grobe Grashalmen oder die Halmen von Stoppelfelder können sehr unangenehm zum Barfusslaufen sein. Die Halme der Stoppelfelder sind oftmals sehr scharfkantig abgeschnitten und können zu groben Verletzungen führen.

Stacheldrahtreste
Achte auch auf Hinterlassenschaften der Bauern. Stacheldrahtreste, Nägel etc. sollte man meiden. Wenn man auf einen solchen Stacheldraht tritt, muss die blutende Stelle sofort desinfiziert werden. Wenn Du keine Tetanus-Impfung hast, musst Du so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen. Mit Blutvergiftungen ist nicht zu spassen.

Nässe
Bei Nässe kann Barfusswandern gefährlich sein. Vor allem wenn man abwärts geht. Man rutscht sehr schnell aus, vor allem wenn man Gras oder Lehm als Untergrund hat. Dann können übrigens auch Barfussschuhe, welche eine dünne Sohle ohne Profil haben, gefährlich werden.

Erste Hilfe
Wer wandern geht sollte in jedem Fall ein Erste-Hilfe-Set mit dabei sein, Ich nehme immer eine kleine Autoapotheke mit, und Rüste diese mit zusätzlichen Utensilien aus. Mit dabei sollte man folgende Bestandteile haben:

  • Stabile, spitzige Pinzette
  • Nähnadel
  • Kleine Schere
  • ein Verbandpäckchen (mit nichthaftenden Kompressen)
  • ein Wundpflaster, groß
  • Pflastersortiment (mehrere kleine Pflaster unterschiedlicher Größe)
  • Blasenpflaster (Compeed)
  • eine Wundkompresse 10×10 cm
  • zwei sterile Wundverbände 10×6 cm
  • ein Dreieckstuch
  • eine Rolle Leukoplast/Tape
  • Einmalhandschuhe
  • Rettungsdecke
  • Signalpfeife

7. Autofahren

Wer beruflich Fährt (Lastwagen, Busse etc.) darf nicht barfuss Autofahren,

Wer privat Auto fahrt, darf jederzeit barfuss Autofahren. Bei einem Unfall könnte es aber zu einem Mitverschulden kommen. Das muss aber durch Experten zuerst bewiesen werden. Und das ist fast unmöglich.

8. Jogging

Barfüssiges Jogging wird immer mehr zum Trend. 
Wie beim Barfusslaufen muss man aber auch beim Joggen den natürlichen Laufstiel anwenden. Das Abrollen über die Ferse muss man zwingend unterlassen. Es wird auch beim Joggen auf den Vorfuss und/oder Mittelfuss aufgetreten. Die Federung und Schonung der Gelenke ist damit gewährleistet. Wer so barfuss joggt, kann die Problemlos auch auf Asphalt tun.

Beim barfüssigen Joggen muss man beachten, dass Kieselsteine und sonstige spitze  Gegenstände auf die Sohle stärker einwirken werden als beim Wandern oder Spazieren.

Langsam starten
Barfüssiges Joggen sollte man sehr langsam angehen. Einige Zeit je Training nur 100 Meter joggen, zwei Wochen Später kann man auf 200 Meter Ausbauen etc. Wer als Anfänger barfuss Joggt, kann deswegen starken Muskelkater bekommen, da die beanspruchte Fuss- und Beinmuskulatur wenig ausgebildet ist.

9. Jahreszeiten

Der Frühling 
Der Frühling ist perfekt um Barfuss zu laufen. Es ist weder kalt noch heiss. Die Untergründe in den Städten sind noch nicht aufgeheizt. Der Regen lässt Waldwege zu herrlichen Sumpfpfaden werden. Das Gras ist noch zart. Die Bomberstauden sind noch nicht ganz ausgebildet. Die Stacheln sind eher weich.

Der Sommer
Der Sommer ist DIE Barfuss-Jahreszeit schlechthin. Die Temperaturen sind meistens angenehm warm. Die Leute kleiden sich generell sehr leicht und luftig. Man fällt kaum auf.

Aufpassen muss man, wie weiter oben bereits erwähnt, wegen der teils stark aufgeheizten Untergründe. Es kann zu unangenehmen Verbrennungen führen.

Wenn es besonders heiss ist, lohnt sich das Barfusslaufen eher am Morgen wenn die Böden von der nacht her etwas abgekühlt haben und am späteren Abend wenn sie noch die Restwärme des Tages speichern

Besonders schön sind die warmen Sommerregen. So stelle ich mir Barfusslaufen im Himmel vor.

Der Herbst
Der Herbst bietet oftmals sehr schöne und warme Tage. Barfusslaufen ist dann perfekt.Es kann aber auch kühler werden. Das ist die perfekte Vorbereitung, wenn man auch im Winter immer mal wieder Barfuss rausgehen möchte. Besonders schön ist der Spätherbst, wenn die Bäume ihre Blätter abgeworfen haben. Dann kann man im Wald über herrliche Laubteppiche wandern. Achtung vor Buchecken und Kastanienschalen. Die können ganz schön stechen.

Der Winter
Man kann auch im Winter sehr gut barfuss gehen. besonders gut geht es, wenn es trocken ist, weder regnet noch schneit. Die Luft ist dann zwar kühler und der Boden kälter. Bis -2 oder -3 Grad geht es aber immer noch perfekt.

Bei sehr tiefen Minusgraden muss man darauf achten, dass es zu keinen Erfrierungen kommt.

Schnee kann zum barfusslaufen auch angenehm sein. Ist der Schnee durch andere Passanten am Boden festgetreten, kann man recht lange unterwegs sein da nur die Fusssohlen mit dem Schnee in Kontakt kommen. Ist der Schnee aber sehr locker und pulvrig und stäubt dabei immer über die Zehen und den Oberfuss, kann der Fuss sehr schnell auskühlen und es kann schnell zu Erfrierungen kommen.

Auch nasser Schnee führt sehr schnell zu Erfrierungen, da der Schnee zwischen den Zehen hoch quillt. Der Fuss bleibt dann immer nass. Nässe und Kälte harmonieren auf der Haut nicht sehr gut.

Werden die Strassen und Wege wegen Schnee und Eis gesalzen, ist ebenfalls Vorsicht geboten. Salz verstärkt den Kälteeffekt deutlich. Erfrierungen  sind schnell möglich. Zudem ist das Salz nicht gut für die Haut. Hier ist Fusspflege extrem wichtig.

generell muss bei Schnee immer Vorsicht Angelangt werden. Da jeder Mensch mehr oder weniger winterharte Füsse hat, ist die Individuelle Empfindung entscheidend.

im Winter ist es besonders wichtig, dass der Körper warm gehalten wird. Ist der Oberkörper warm gekleidet, kann man problemlos barfuss laufen. abschüssige Wärme wird aus dem Oberkörper in die Füsse abgeleitet.

Friert aber der Oberkörper kann aus den Füssen keine Wärme als Ausgleich abgegeben werden. Dann wird man krank.

In jedem Fall sind Erfrierungen konsequent zu meiden. Sie sind sehr schmerzhaft. Die Regeneration angefrorener Hautpartien dauert sehr lang. Im schlechtesten Fall können erfrorene Hautpartien oder Gliedmassen nicht mehr gerettet werden.

Hat man in den Zehen zb. fast kein Gefühl mehr, muss man sofort handeln und die vor dem Einfrieren stehenden Zehen schützen.

10. Pflegemöglichkeiten

Die menschliche Haut ist von Mensch zu Mensch verschieden. Anhand ihrer bisherigen Erfahrungen weis man bereits, welche Pflegemittel am besten funktionieren. Da die Haut alter muss man aber auch die Pflege immer wieder etwas optimieren.

Fusspilz
Fusspilz gibt es eigentlich nur, wenn der Fuss lange in feuchtwarmem Klima verbringt (zb. Schuhe). Fusspilz kann man aber auch in öffentlichen Nassbereichen auflesen. Wichtig: haltet den Fuss immer trocken. Wer eng anliegende Zehen hat, sollte diese Zwischenräume immer gut abtrocknen.

Hornhaut
Hornhaut an der Fußsohle ist unproblematisch, ja fast gewünscht. Denn Hornhaut schütz unsere Füsse. Die Hornhaut an der Fusssohle arbeitet sich beim Barfuss gehen durch die Reibung ab, bildet sich aber auch immer wieder neu. Ein ausbalanciertes Geben und Nehmen.

Problematisch ist Hornhaut an den Fersenränder. Dort findet keine natürlich Reibung statt. Man muss mit Hornhautfeilen manuell nachhelfen. Dies ist sehr wichtig, da sich sonst bei zu dicker Hornhaut sehr schmerzhafte Risse bilden können. Solche Risse können nur mühsam und über eine lange Zeit hinweg, zum Ausheilen bewegt werden. Es ist also in jedem fall besser, solche risse mit guter Fusspflege zu vermeiden. Je älter man wird, desto wichtiger wird es.

Fremdkörper 
Fremdkörper in den Fusssohlen sollten wie bereits erwähnt immer sofort entfernt werden.

Das kann unter Beihilfe von Pinzette und manchmal auch einer Nähnadel erledigt werden. Wenn der Stachel sehr klein ist und man ihn nicht so recht rausbringt, ihn aber beim Gehen nicht als störend empfindet, kann man den Stachel zwischenzeitlich auch in der Sohle lassen. Normalerweise arbeitet sich ein kleiner Stachel von alleine wieder aus der Haut hinaus. Sogenannte Zugsalben unterstützen diesen Vorgang.

Blasen
Bei längeren Touren oder bei sehr langanhaltender kalten Nässe können sich Blasen bilden. Auch Barfuss-Lehrlinge können zu Blasen neigen, wenn sie sich zu viel zumuten. hier eignen sich Blasenpflaster ausgezeichnet. hat es in der Blase viel Wundfeuchtigkeit, kann man die Blase vorsichtig aufstechen und die Flüssigkeit abtupfen. Nadel und Wunde sollten dann aber desinfiziert werden. Die eingestochene Blase muss danach mit einem Pflaster angeklebt werden.

Schnittverletzungen
Kleine Schnittverletzungen können an der Sohle auch mit Sekundenkleber abgedichtet werden.