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Anatomie des Fusses

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Anatomie des Fusses

Das Fussskelett besteht aus insgesamt 26 Knochen.
Die Fussknochen gliedern sich in Fusswurzelknochen, Mittelfussknochen und Zehenglieder. 20 Muskeln und über 114 Sehnen und Bänder sorgen für die nötige Beweglichkeit und Stabilität der Knochen zueinander.

Ein feines Nerven- und Blutgefässgeflecht versorgt die oberflächlichen und tiefliegenden Muskeln ober- und unterhalb des Fusses.

Fussgewölbe

Der Fuss weist ein Längsgewölbe und ein Quergewölbe auf. Die Fussgewölbe werden durch Muskulatur verspannt und durch Bänder aufrecht gehalten. Dadurch wird das Körpergewicht hauptsächlich über die drei Punkte Ferse, Grosszehengrundgelenk (Grosszehenballen) und Kleinzehengrundgelenk (Kleinzehenballen) getragen.

Verspannung des Längsgewölbe
Fusssohlensehnenplatte
langes Sohlenband
langer Großzehenbeuger
kurze Fussmuskulatur

Verspannung des Quergewölbes:
hinterer Schienbeinmuskel
langer Wadenbeinmuskel

Gemeinsam „umgreifen“ sie den Mittelfuss wie ein Steigbügel von innen und aussen und halten das Gewölbe hoch.

Funktion des Fusses

Der Fuss ist das wichtigste Stützorgan des Menschen. Beim Gehen erfolgt eine Bewegung nur in den beiden Sprung- und in den Zehengelenken. Die anderen Gelenke (im Bereich von Fusswurzel und Mittelfuss) sind durch ihre Bandverbindungen so stark fixiert, dass ein federndes Gewölbe entsteht, das nur geringe Verschiebungen zulässt. Ab dem 12. bis 13. Lebensjahr hat der Fuss seine endgültige Form mit einem Quer- und einem Längsgewölbe entwickelt, wobei besonders das Längsgewölbe zum Auffangen von Last dient.

Der von oben wirkende Druck verteilt sich einerseits über Sprung- und Fersenbein und andererseits über den Mittelfuss. Hier nun wirkt das Gewölbe aktiv dagegen durch seine zahlreichen Muskeln und Sehnen. Bei langem Stehen wird durch den Druck auf die Sohle der Abstand zwischen dem Fersenbein und den Köpfchen der Mittelfussknochen durch eine dauerhafte Muskelanspannung verringert. Das erklärt, warum langes Stehen anstrengender ist als Laufen, denn beim Laufen werden die Muskeln in stetem Wechsel angespannt und wieder entspannt. Dadurch lässt sich auch erklären, warum bei Berufen, in denen langes Stehen oder das Verrichten schwerer Arbeit im Stehen erforderlich ist, häufiger Deformitäten im Fussbereich vorkommen.

Normalerweise lasten auf den Ballen 40 Prozent des Körpergewichts, auf den Fersen die restlichen 60 Prozent – wenn man keine oder nur flache Schuhe trägt. Wer hohe Absätze trägt, verlagert dagegen fast 80 Prozent des Körpergewichts auf die Ballen. Dadurch werden auf Dauer die Fettpolster an den Ballen zerstört. Es treten nicht nur Gelenkschmerzen, sondern auch strukturelle Veränderungen auf, die zu einem Ballengrosszeh führen.

Wo befindet sich der Fuss

Der Fuss ist über das Sprunggelenk mit den beiden Unterschenkelknochen, dem Schien- und Wadenbein, verbunden. Entstanden ist seine heutige Skelettform durch eine Umformung, bei der die Greiffunktion weitgehend verloren gegangen ist und fast nur noch die Stützfunktion eine Rolle spielt.

Welche Probleme können Füsse haben

Häufige Probleme entstehen durch Fehlstellungen: Beim Platt- oder Senkfuss (Pes planus) ist das Längsgewölbe abgeflacht. Die Betroffenen haben oft zusätzlich einen Knickfuss (Pes valgus): Dabei ist das Fersenbein von hinten betrachtet nach innen geknickt.

Der Hallux valgus (Ballengroßzeh) ist eine Fehlstellung des großen Zehs und die häufigste Deformität der unteren Extremität. Der grosse Zeh ist dabei dauerhaft zur Körperaussenseite (also in Richtung der anderen Zehen) geneigt. Betroffen sind vor allem Frauen: Hohe Absätze und zu enge Schuhe im vorderen Bereich begünstigen die schmerzhafte Zehenfehlstellung.

Ebenfalls Schmerzen treten bei Fersensporn und Hühneraugen auf. Als Fersensporn bezeichnet man einen knöchernen Auswuchs an der Ferse, entweder an der Fusssohle (plantarer Fersensporn) oder hinten am Ansatz der Achillessehne (dorsaler Fersensporn).  Ein Hühnerauge (Clavus) ist eine rundliche Hornhautschwiele, die an Druckstellen entstehen (etwa am Grosszeh oder an der Fusssohle) – als Schutzpolster gegen die Dauerbelastung, die sich zum Beispiel durch zu enge Schuhe und eine Fehlstellung ergibt.

Arthrose, Entzündungen durch Fehlbelastung oder Überlastung des Fuses, Knochenbrüche (Frakturen) sind weitere häufige Gesundheitsprobleme. Das Gleiche gilt für Gicht. Bei dieser Stoffwechselerkrankung ist der Harnsäurespiegel im Blut krankhaft erhöht. Der Überschuss an Harnsäure kristallisiert aus und lagert sich im Körper ab, besonders am Grosszehengrundgelenk, aber zum Beispiel auch im Knie. Die Folge sind anfallsartig auftretende starke Schmerzen in den betroffenen Gelenken (Gichtanfall), die Stunden bis Tage anhalten können.

Sehr unangenehm und hartnäckig kann eine Pilzinfektion am Fuss (Tinea pedis) sein. Sie beginnt meist zwischen den Zehen und kann sich auf die ganze Fusssohle ausbreiten.