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Barfuss macht Spass.

Auf der Insel Rügen in Deutschland startete am 28. Mai die dreimonatige Reise des 53-jährigen Aldo Berti, und zwar barfuss zugunsten eines Charity-Projekts. Schon seit vielen Jahren unterstützt er Hilfsorganisationen, in dem er Spendenaktionen organisiert und selbst durchführt. Als Psychotherapeut und Naturheilpraktiker weiss Aldo, dass barfuss gehen gesund für das Immunsystem ist.

Später kam Aldo auf die Idee, das Barfusslaufen mit einem Wohltätigkeitsprojekt zu verbinden und fing an, darauf zu trainieren.

Nach 82 Tagen Barfusswanderung, mehr oder weniger entlang des Jakobsweges, durch Deutschland und die Schweiz, durch Regen und Wind, Hitze und Kälte, manchmal mit, oftmals ohne Begleitung, war es schliesslich so weit: Aldo Berti knackt den Weltrekord.

Wir hatten die Möglichkeit, mit Aldo ein Interview zu führen.

Lieber Aldo, erzähle unseren Lesern anfangs etwas zur Charity-Aktion. Um was geht es dabei genau?

Aldo Berti: Ich sammle für drei Kinderhilfsaktionen. Die Friedrich-Ludwig-Schröder Kinderstiftung in Hamburg kümmert sich um Vaterlose Kinder und Jugendliche in der schulischen- und beruflichen Förderung. Die Aktion Radio7 Drachenkinder, kümmern sich um traumatisierte und schwerstbehinderte Kinder in Baden Württemberg und meine eigene Sportförderung, mit der ich mittellose aber talentierte Jugendliche unterstütze, damit sie ihren Sport ausüben können, den sie sich sonst aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten durch ihre Eltern, nicht leisten könnten.

Wie kamst Du auf die Idee, diese Charity-Aktion mit dem Barfussweltrekord zu verbinden.

Aldo Berti: Ich wusste, dass ich um den amtierenden WR einzustellen, 3 Monate laufen muss. Dann dachte ich drei Monate laufen und für drei Hilfsprojekte sammeln, das passt gut.

Bist Du vor der Aktion auch schon barfuss gelaufen?

Aldo Berti: Nur zu Trainingszwecken.

Wie lange hast Du dafür trainiert?

Aldo Berti: 1 1/2 Jahre bin ich Sommer wie Winter barfuss gelaufen.

Hättest Du diese Leistung ohne Barfuss-Training auch hinbekommen?

Aldo Berti: Nein. Bei den ersten Trainingskilometern hatte ich bereits Blasen an den Füssen und wäre niemals durchgekommen, da ich die Füsse ja nicht bandagieren durfte etc.

Bekamst Du während des Trainings auch Zweifel, ob das wirklich gut kommen kann?

Aldo Berti: Ja , ich war mir der extremen Belastung meiner Füße bewusst und hatte großen Respekt vor der Aufgabe.

Gab es unterwegs Momente, in denen Du abbrechen wolltest. Und falls ja – wie hast Du Dich wieder motiviert?

Aldo Berti: Ans Abbrechen habe ich nie gedacht, aber es gab Momente wo ich nicht wusste ob ich es wirklich schaffen werde, da ich durch Verletzungen gehandicapt war. Da ich selber als Berater und Coach Menschen in schwierigen Situationen begleite und motiviere, konnte ich mich immer auch selbst motivieren.

Bist Du jeden Tage gelaufen oder musstest Du auch mal eine Pause einlegen?

Aldo Berti: Ich bin jeden Tag gelaufen.

Wie viel bist Du im Schnitt pro Tag gelaufen?

Aldo Berti: Zwischen 25 und 39 KM

Ich gehe davon aus dass Du dich ab und zu mal verletzt hast. Was macht man wenn man sich an der Sohle an einem scharfen Stein oder im dümmsten Fall an einem Scherbenstück geschnitten hat?

Aldo Berti: Wunde ausdrücken, das es blutet und dann mit „Skin repair“ von Dr. Niedermaier einsprühen um die Wunde zu desinfizieren. Danach mit Sekundenkleber die Wunde verschliessen.

Hattest Du einen Rucksack mit Zelt und Schlafsack dabei? Oder konntest Du auf Hotels und Herbergen zurückgreifen?

Aldo Berti: Mein Rucksack wog auch ohne Zelt 14 KG. Ich habe aber immer in Privatunterkünften, Pensionen, Klöstern, Pilgerherbergen und Hotels geschlafen.

Wie wurde der Rekord eigentlich überwacht? Ist da jemand mitgelaufen?

Aldo Berti: Mit GPS, per Video, Fotomaterial und Zeugenbescheinigungen, die ich auf der Tour gesammelt habe.

Wie bist Du mit Schotterwegen zurecht gekommen? Bei uns in der Schweiz sind im Flachland leider sehr viele Wege geschottert und man muss Barfussstrecken in der Natur richtiggehend suchen. Schotter ist ja nicht gerade des Barfüssers Lieblingsuntergrund.

Aldo Berti: Schotter und Splitt waren meine schlimmsten Untergründe! Es geht dann halt nur sehr langsam voran.

Du bist durch viele Städte gelaufen. Wie empfandest Du die Sauberkeit der Strassen? Gibt es da regionale Unterschiede?

Aldo Berti: Es gibt wirklich große Unterschiede. Manche Städte haben wundervollen, gutverdichteten Asphalt auf dem man gut gehen kann, fast wie auf einem Teppich und in anderen Städten erlebt man das Gegenteil oder guten Asphalt, der aber voll mit Splitt oder Schotter gestreut ist.

Als Du im Kloster Einsiedeln angekommen bist – wie würdest Du Deine Gefühlslage umschreiben?

Aldo Berti: Ich war sehr überwältigt es geschafft zu haben.

Warst Du auch barfuss in der Klosterkirche von Einsiedeln?

Aldo Berti: Ja, ich hatte ja keinerlei Schuhwerk dabei.

Gab es nach der Ankunft eine grosse Party oder hast Du im Stillen genossen?

Aldo Berti: Am 19.08. bin ich ganz allein, ohne großen Trubel im Kloster angekommen. Am nächsten Tag gab es dann eine grosse , offizielle Ankunftsfeier mit Familie, Freunden, Wegbegleitern, Abgeordneten von der Stadt, dem Tourismusverband Einsiedeln und auch von Schweizer Medien bis hin zum Fernsehen.

Warst Du dauernd auf dem Jakobsweg unterwegs, dass Du dir das Kloster Einsiedeln als Zielort ausgesucht hast?

Aldo Berti: Ja, ich bin entlang des Jakobsweges gelaufen.

Haben sich deine Füsse seit dem Barfusslaufen verändert? Manche sagen, dass die Füsse breiter werden?

Aldo Berti: Das stimmt. meine Füße sind muskulöser und breiter geworden. Mit meinen alten Schuhen habe ich Probleme. Sie sind viel zu eng geworden…

Hat sich sonst noch etwas bei Deinem Körper zum positiven verändert?

Aldo Berti: Ich habe auf der Tour 10 KG abgenommen, was mir gut getan hat und ich bin sehr fit geworden.

Läufst Du in Zukunft weiterhin barfuss oder wirst Du das Barfusslaufen eher als Genuss ausüben und wieder ab und zu Schuhe anziehen?

Aldo Berti: Ich laufe wann immer es problemlos geht barfuss aber trage auch bei Bedarf wieder Schuhe.

Barfusslaufen ist extrem gesund. Würdest Du das auch so sagen?

Aldo Berti: Absolut Ja!!!

Warum laufen so wenig Menschen barfuss? Woran liegt das Deiner Meinung nach?

Aldo Berti: Unser Alltag, unsere Städte, unsere Anforderungen, sind nicht immer barfusstauglich.

Sollte man die Menschen dazu animieren, barfuss zu laufen? Ich könnte mir vorstellen, dass damit einiges an Krankenkassengeldern eingespart werden könnte.

Aldo Berti: Da hast Du vollkommen recht. Ich würde das sehr unterstützen.

Wie sieht Dein Winterprogramm aus? Augen zu und barfuss durch Schnee und Eis? Oder doch lieber Schuhe anziehen?

Aldo Berti: Bis Minus 6 Grad laufe ich gern Barfuss, auch im Schnee. Bei stärkeren Minusgraden gibt es auch für mich Winterstiefel.

Wirst Du weitere solche Aktionen planen?

Aldo Berti: Auf jeden Fall

Vielen Dank für das Interview.

 

Wenn Du mehr über Aldo erfahren möchtest – besuche ihn auf seiner Homepage!

Das Spendenkonto von Aldo ist weiterhin geöffnet. An Weihnachten werden die Kinder und Jugendlichen von weiterer Unterstützung profitieren können:

Spenden können an folgendes Spendenkonto ausgerichtet werden:

Aldo Berti Consulting, Commerzbank Villingen, IBAN:DE19 6944 0007 0159 912500 BIC:COBADEFFXXX

Verwendungszweck: (Ihr Name), Carity-Pilgertour-2017.