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Der Winter 17/18 ist für uns Schweizer Flachland-Barfüssler bisher ein Traum. Es liegt kein Schnee und ist meistens trocken und selten zu kalt. Eigentlich perfekt um mit nackten Sohlen unterwegs zu sein. Anhand der Umfrage jedoch sind nur die wenigsten von Euch im Winter barfuss unterwegs.

Doch wie schaffen es die Hartgesottenen, oft barfuss draussen zu sein?

Die goldenen Regeln

Indem sie die goldenen Regeln beachten! Gerade wenn man bei kälteren Temperaturen barfuss draussen ist, ist es umso wichtiger, dass der Oberkörper warm eingepackt ist. Nackte Körperstellen ziehen Energie bei wärmeren Körperstellen ab, damit die nackten, durch die Kälte angegriffenen Körperstellen gewärmt werden (so gut es halt geht). Wenn aber auch der Oberkörper zu wenig gewärmt wird, entsteht eine generelle Unterkühlung. Und das kommt dann meistens nicht gut.

Auch längeres Herumstehen sollte man vermeiden. Ohne Bewegung kühlen wir automatisch aus. Da nützt dann auch die wärmste Jacke nichts mehr. Wer den Fasnachtsumzug besuchen möchte, sollte also nicht am Strassenrand eine Stunde an Ort und Stelle stehen.

Achte und Höre auf deine Füsse. Spätestens wenn die Füsse oder Zehen taub werden und wenn sie zu schmerzen beginnen, sollte man sofort reagieren. Sobald man das Schmerzempfinden verliert merkt man auch nicht mehr, wenn es wirklich gefährlich wird. Ist eine Zehe oder eine Hautpartie erfroren, wird sie in der Wärme wieder aufgetaut, in der Regel aber nicht mehr zum Leben erweckt. Dieser Körperpartie muss entfernt werden. Lasst es also nie so weit kommen! Zieht Socken und Schuhe an oder geht an einen warmen Ort und wärmt euch auf. Erfrierungen lohnen sich nicht. Barfusslaufen ist kein Wettbewerb bei dem es darum geht, wer es länger aushält oder den inneren Schweinehund besiegt. Barfusslaufen soll Genuss sein, auch im Winter!

Und nun noch meine persönliche, goldene Regel. Habt immer ein Paar Socken und Schuhe dabei, wenn ihr etwas länger unterwegs sein möchtet. Man weiss nie wie sich die Situation verändern kann. Und man weis auch nie, wie widerstandsfähig die Füsse bei Kälte sind. Man kann durchaus an einem Tag empfindlicher sein als am Tag zuvor. Es gibt viele Situationen, welche nicht eingeplant sind. Wenn man nicht auf wärmende Socken und Schuhe zurückgreifen kann, hat man vielleicht ein Problem. Ein Kleiner Rucksack mit Schuhen und Socken mitzutragen ist ja kein Problem.

Nässe und Schnee

Nässe auf der Haut überträgt die Kälte schneller und intensiver. Und kaltes Nass bleibt auch sehr lange auf der Haut liegen. Es trocknet nicht einfach so schnell mal. Gerade bei Schnee kommt es auf die Art des Schnee an. Festgedrückter Schnee lässt sich barfuss gut gehen. Denn dann kommt nur die Sohle mit dem Schnee in Berührung. Bei festgedrücktem Schnee kann man teils recht lange barfuss unterwegs sein. Frisch gefallener und weicher Schnee hingegen stäubt beim Gehen auf und landet auf dem Fussrücken. Auf dem Fussrücken sind wir deutlich empfindlicher. Die Füsse werden schnell kalt und Erfrierungen sind die Folge.

Vereister Schnee ist nicht zu Empfehlen. Die Eisschichten können messerscharf sein. Und wer hat schon gerne zerschnittene Füsse?

Auch nasser Schnee ist heikel. Die Nässe quillt um den Fuss herum und zwischen den Zehen hinauf. Auch so kühlen die Füsse sehr schnell ab und Erfrierungen sind die Folge.

Salz ist gefährlich

Salz ist leider ein leidiges Thema für uns Barfussläufer. Salz wurde an vielen Orten zum Allzweckmittel hochgestuft, um die Strassen «schwarz» zu halten. Wenn die Strassen durch Regen zu vereisen drohen, kann ich das Salzen aus Sicherheitsgründen (Verkehr und Fussgänger) ja noch verstehen. Aber wenn bei Schnee gesalzen wird wäre es wohl klüger, man würde den Schnee Festfahren- und Festlaufen lassen. So wie es früher der Fall war. Aber leider wird auch heutzutage in sehr vielen Orten Schwarzräumung angewiesen. Und dann muss gezwungenermassen auch gesalzen werden. Eine traurige Entwicklung, da Salz in unserer Umwelt zu grossen Schäden an der Natur führen kann.

Auch den Barfüsslern tut das Salz an den Sohlen nicht gut. Denn Salz reizt und trocknet die Haut aus. Zudem erzeugt Salz zusammen mit Nässe zusätzliche Kälte. Ein Widerspruch könnte man meinen. Es gefriert zwar nicht mehr, aber es wird kälter. Erfrierungen können die Folge sein. Und in Zusammenhang mit Salz kann das extrem schnell gehen, da gesalzene Strassen tiefe Minus-Temperaturen hervorzaubern können!